Berlin

Özdemir: Terror-Unterstützer ohne Aufenthaltstitel ausweisen

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Bündnis 90/Grüne) Foto: Detlef David Kauschke

Berlin

Özdemir: Terror-Unterstützer ohne Aufenthaltstitel ausweisen

Wer sich mit Hamas solidarisiere, dem gehe es nicht um die Sache der Palästinenser, sagt der Minister

 13.10.2023 12:05 Uhr

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) hat sowohl den Hamas-Terror gegen Israel, als auch die in der Bundesrepublik zu beobachtende Solidarisierung mit dem palästinensischen Terror scharf verurteilt. »Der Jahrestag Halle hat ja gezeigt, dass es leider kein neues Phänomen ist und davor hatten wir am Brandenburger Tor Verbrennungen von israelischen Fahnen«, sagte der Minister der Jüdischen Allgemeinen.

»Jetzt wird es natürlich noch mal massiv verstärkt werden, weil die Aktionen der Hamas, die terroristischen Verbrechen dazu führen, dass sich leider auch hier Menschen solidarisieren«, so der Minister. »Ich glaube, da hat die Rede des Kanzlers, aber auch des Oppositionsführers (diese Woche im Bundestag, Anm. d. Red.) sehr deutlich gemacht, dass es in Deutschland Null Komma Null Platz und Verständnis dafür gibt.«

Özedmir stellte klar: »Wer sich daran in irgendeiner Weise beteiligt, dem geht es nicht um die Sache der Palästinenser, sondern hier geht es um Terror.« Er drohte denjenigen in Deutschland, die auch bei Demonstrationen Terror-Propaganda und Judenhass verbreiten: »Da wird unser Rechtsstaat mit allen Mitteln, die er hat, zurückschlagen und dafür sorgen, dass es da keine zwei Meinungen darüber gibt: Wer hier Israelfahnen verbrennt, wer Terror gutheißt und unterstützt, wer in irgendeiner Weise Sympathien für die Hamas zu erkennen gibt, hat hier nichts verloren, wenn er nicht als Bürger dieses Landes einen festen Aufenthaltstitel hat.« Alle anderen müssten »mit der ganzen Härte des Strafgesetzbuches verfolgt werden«, sagte Özdemir dieser Zeitung.

Drangsalierung jüdischstämmiger Schulkinder

Auch auf die bestehende Bedrohung von Juden und jüdischen Organisationen ging er ein: »Es ist unerträglich, dass jüdische Einrichtungen geschützt werden müssen. Ich würde aber noch einen Schritt weitergehen und sagen, damit den Reden, die wir gestern hatten, den Verbotsankündigungen, die es natürlich auch schon gestern geben hätte können, auch noch praktisch etwas folgt, müssen wir den Lehrerinnen und Lehrern den Rücken stärken und den Schulleitungen, damit sie das Thema im Unterricht behandeln und sich nicht wegducken, weil sie Angst haben, dass sie dann von irgendjemandem drangsaliert werden.« Dies sei in viel zu vielen Schulen der Fall. »Da darf man sich nicht drumherum drücken.«

Eine Situation, in der jüdischstämmige Kinder aus Angst aus der Schule herausgenommen würden, müsse der Vergangenheit angehören, erklärte Cem Özdemir. »Wenn jemand die Schule verlassen muss, dann sind es die, die jüdischstämmige Kinder oder andersdenkende Kinder drangsalieren, aber nicht jüdischstämmige Kinder selbst. Das muss ab jetzt die Parole des Tages sein und umgesetzt werden.«

Der Minister sagte, er beschäftige sich bereits länger mit dem Thema. Daher wolle er wissen, »was im Alltag davon übrig bleibt und was konkret umgesetzt wird. Ich bin sehr gespannt, ob das im Umgang mit den muslimischen Dachverbänden irgendeine Art von Rückkopplung findet oder ob man ganz normal dann wieder eben bei DITIB, Millî Görüş und wie die alle heißen, sich die Klinke in die Hand gibt und ganz normal Staatsverträge schließt, als ob es nicht gewesen wäre, und ob Herr Erdogan Zugang bekommt in deutsche Schulen.« Dies müsse »jetzt mal ein Ende haben«. ddk/im

Europäisches Parlament

»Auschwitz ist eine Fälschung«: Immunität aufgehoben

Der rechtsextreme Politiker Grzegorz Braun muss sich in gleich mehreren Strafverfahren vor Gericht verantworten, unter anderem wegen Holocaustleugnung

 27.03.2026

Drohung

Katz: Israel verstärkt Angriffe im Iran

Das Vorgehen des Militärs gegen das Mullah-Regime werde nun stärker ausfallen und auf zusätzliche Ziele und Bereiche ausgeweitet, sagt der israelische Verteidigungsminister

 27.03.2026

Berlin

Tausende Straftaten bei israelfeindlichen Demonstrationen

Gewalt- und Propaganda-Delikte sowie Volksverhetzung in Hunderten Fällen wurden registriert

 27.03.2026

Berlin

Demonstration gegen Auftritt von Francesca Albanese

»Wer das Existenzrecht Israels delegitimiert und Gräueltaten rechtfertigt, darf in Berlin keine unwidersprochene Bühne erhalten«, sagen die Organisatoren der Kundgebung

von Imanuel Marcus  27.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026

Kommentar

Wie mit dem Völkerrecht Israel delegitimiert wird

Der Angriff auf den Iran sei eindeutig völkerrechtswidrig, sagen zahlreiche Experten. Sie machen es sich zu einfach. Denn es spricht viel dafür, dass Israel ein Recht auf präventive Selbstverteidigung hat

von Monika Polzin  27.03.2026

Berlin

Antisemitischer Angriff in Prenzlauer Berg

Das Opfer schrieb hebräische Texte in ein Buch. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt

 27.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  27.03.2026

Jüdischer Wahlkämpfer

»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«

David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will

von Mascha Malburg  27.03.2026