Interreligiöser Dialog

Oberrabbiner gibt Co-Vorsitz in jüdisch-muslimischem Gremium auf

Rabbiner Pinchas Goldschmidt Foto: IMAGO/Panama Pictures

Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER), tritt vom Co-Vorsitz des Dialog-Gremiums Muslim Jewish Leadership Council zurück. Das teilte die CER am Mittwoch in München mit. Für die jüdische Seite übernehme diesen Posten künftig der polnische Oberrabbiner Michael Schudrich, hieß es. Die Amtszeit beträgt vier Jahre.

Laut anonymen Quellen innerhalb des Muslim Jewish Leadership Council (MJLC) steht Goldschmidts Rücktritt im Zusammenhang mit der Absage eines CER-Treffens vergangenen Sommer in Sarajevo. Hinzu komme eine mangelnde Unterstützung der Rabbinerkonferenz durch den muslimischen Co-Vorsitzenden des MJLC, den Großmufti von Slowenien, Nedzad Grabus.

»Seit der Gründung des MJLC war Oberrabbiner Goldschmidt eine prägende Persönlichkeit des jüdisch-muslimischen Dialogs in Europa«, heißt es in der Mitteilung. »In einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Spannungen und zunehmender Herausforderungen für religiöse Gemeinschaften setzte er sich mit Nachdruck für gegenseitigen Respekt, Religionsfreiheit und eine enge Zusammenarbeit zwischen jüdischen und muslimischen Führungspersönlichkeiten ein.«

Für vertrauensvollen Austausch

Von 1993 bis 2022 war Goldschmidt Oberrabbiner von Moskau. Unter seiner Mitwirkung habe sich der 2016 gegründete MJLC zu einer wichtigen Plattform für vertrauensvollen Austausch, gemeinsame Stellungnahmen gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit sowie für Initiativen zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Europa entwickelt, so die CER. »Das langjährige, visionäre Engagement von Oberrabbiner Goldschmidt hat maßgeblich dazu beigetragen, Brücken zwischen den Religionsgemeinschaften zu bauen und gemeinsame Werte im öffentlichen Diskurs zu verankern.«

Die Konferenz der Europäischen Rabbiner bekräftigt laut Mitteilung ihr Bekenntnis zum jüdisch-muslimischen Dialog in Europa. In Zeiten zunehmender Polarisierung und extremistischer Tendenzen bleibe die institutionalisierte Zusammenarbeit religiöser Führungspersönlichkeiten ein unverzichtbarer Beitrag zu Frieden, Stabilität und gegenseitigem Verständnis.

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