USA

Notfalls im Alleingang

Treffen am Montagabend: Benjamin Netanjahu und Barack Obama (v.l.) Foto: dpa

Als letzter Redner auf der UN-Vollversammlung am Dienstag hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutlich davor gewarnt, die Sanktionen gegen den Iran zu lockern. Den neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani bezeichnete Netanjahu als »Wolf im Schafspelz«, dessen moderat klingenden Worten nicht zu trauen sei. Denn nach wie vor betreibe sein Land Urananreicherungsanlagen.

Das iranische Atomprogramm sei eine der größten Bedrohungen für Israels Sicherheit und die Welt. »Ich möchte es ganz klar sagen«, betonte Netanjahu, »Israel wird nicht erlauben, dass der Iran sich atomar bewaffnet. Auch wenn wir allein stehen sollten, werden wir viele, viele andere verteidigen.« Ein Iran mit Atombombe »wäre so schlimm wie 50 Nordkoreas«, so der israelische Regierungschef.

Atomwaffen »Ich wünschte, ich könnte Rohani glauben«, sagte Netanjahu und spielte damit auf Rohanis Rede vor der UN-Vollversammlung in der vergangenen Woche an, in der der iranische Präsident abstritt, nach der Atombombe zu streben, und eine Abschaffung sämtlicher Atomwaffen verlangte. Dabei forderte er vor allem Israel auf, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten. Rohanis Rede hatte dazu geführt, dass die Staatschefs der USA und des Iran erstmals seit der islamischen Revolution von 1979 wieder miteinander telefonierten.

Diese neuerliche diplomatische Annäherung zwischen Teheran und Washington war auch Thema beim Treffen zwischen Netanjahu und US-Präsident Barack Obama am Montagabend. Mit viel Überzeugungsmaterial im Gepäck wollte Netanjahu Obama überzeugen, nicht auf die »Charme-Offensive« von Rohani hereinzufallen.

Option Doch Obama denkt offenbar gar nicht daran, jemandem auf den Leim zu gehen: »Die USA sind nicht naiv und halten sich alle Möglichkeit offen. Als Präsident der Vereinigten Staaten sage ich noch einmal, dass wir keine Option ausklammern. Auch ein militärisches Eingreifen nicht, um sicherzustellen, dass es keine Nuklearwaffen im Iran geben wird, welche die Region destabilisieren und sogar die USA gefährden könnten. Darüber hinaus ist unsere unzerbrechliche Verbindung mit dem israelischen Volk stärker als je zuvor.«

Diese Aussage, in sämtlichen Tageszeitungen des jüdischen Staates zitiert, dürfte Musik in den Ohren des israelischen Gastes gewesen sein, der seit Jahren darauf pocht, dass man den Iran notfalls mit einem Präventivschlag davon abhalten müsse, Atomwaffen zu erlangen.

Nahost

Trump will Milliardenhilfen an Israel einstellen

Seit Jahren unterstützen die USA Israel mit Milliarden an Dollar Militärhilfe. Das soll sich nach Worten von US-Präsident Trump ändern. Die Idee soll dabei nicht von ihm gekommen sein

 03.11.2026

Sachsen

Chemnitz und Zwickau gedenken der Opfer des NSU

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Die Terrorzelle lebte in Chemnitz und Zwickau im Untergrund. 2011 flog sie auf

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Meinung

Junge Jüdinnen und Juden stehen vor einem Dilemma

Wir sind genauso von den steigenden Preisen, der Wehrplichtdebatte und der Klimakrise betroffen, wie die Demonstranten vom Wochenende. Aber wir können und werden uns nicht mit Leuten gemein machen, die den Hass auf uns und auf Israel schüren

von Tim Kurockin  03.11.2026

Serbien

Botschafts-Attentäter plante auch Anschlag auf Jüdisches Museum in München

Dario N. wurde Ende Oktober bei einem Angriff auf die israelische Botschaft in Belgrad erschossen. Nur drei Monate zuvor war er aus Deutschland abgeschoben worden

 03.11.2026

Iran

Mullah-Regime richtet zwei Demonstranten hin

Die Männer hatten Anfang des Jahres an den blutig niedergeschlagenen Protesten teilgenommen

 03.11.2026

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026

Iran-Krieg

US-Armee greift Insel Gheschm an

Vor den Kongress-Wahlen am Dienstag haben US-Kampfflugzeuge eine Stellung der Revolutionsgarden attackiert

 03.11.2026

Staatsangehörigkeit

170.000 Anträge von NS-Verfolgten und Nachfahren auf Einbürgerung

Immer mehr Menschen beantragen die deutsche Staatsbürgerschaft über die sogenannte Wiedergutmachungs-Einbürgerung - fast die Hälfte der Anträge kommen aus Israel

 03.11.2026