Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Maryam Rajavi vom Nationalen Widerstandsrat Iran Foto: picture alliance / SIPA

Die Exilgruppe Nationaler Widerstandsrat Iran erhebt den Anspruch, bei einem Sturz der Machthaber in Teheran eine provisorische Regierung aufzustellen. Diese solle auf einem Zehn-Punkte-Plan ihrer Führungsfigur Maryam Rajavi basieren, teilte die Exilgruppe an ihrem Sitz in Paris mit.

Die Aufgabe dieser Regierung werde es sein, die Macht innerhalb von sechs Monaten nach dem Sturz der derzeitigen Machthaber durch eine Wahl an das Volk zu übertragen, hieß es. Eine Regierung unter Reza Pahlavi, dem in den USA im Exil lebenden Sohn des früheren iranischen Schahs, lehne der Nationale Widerstandsrat ebenso ab wie eine klerikale Regierung. 

Lesen Sie auch

Der Nationale Widerstandsrat Iran entstand 1981 aus den sogenannten Volksmudschahedin. Die Exil-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, das Herrschaftssystem im Iran zu stürzen. Die Organisation ist jedoch äußerst umstritten und wird innerhalb und außerhalb des Iran auch von Oppositionellen größtenteils abgelehnt. Im Iran ist die Gruppe verboten.

Die ursprünglich islamistisch-sozialistische Bewegung der Volksmudschahedin (MEK), die vom Irak aus bewaffnet gegen den Iran vorging, stand in der EU und den USA zeitweise auf der Terrorliste. Kritiker halten ihre Strukturen für undemokratisch und totalitär.

Die Gruppierung teilte in Paris mit, sie verfüge faktisch über eine Befreiungsarmee, die in der Lage sei, auch in den am stärksten gesicherten Bereichen des Iran zu operieren. Außer Widerstandseinheiten habe sie auch ein soziales Netzwerk an Unterstützern sowie ein Geheimdienstnetzwerk. dpa

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  25.06.2026

Handel

Schiffsverkehr in Straße von Hormus normalisiert sich

Seit Monaten stecken Schiffe in der wichtigen Meerenge am Persischen Golf fest. Jetzt zeigen erste Auswertungen, dass sich der Verkehr normalisiert. Aber was war mit der Gefahr vor Seeminen?

 25.06.2026

Nahost

Oman: Keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Aus Sicht der USA kann der Iran für die Passage der Straße von Hormus keine See-Maut verlangen – weder in den Verhandlungen über 60 Tage noch danach. Auch Maskat äußert sich in diese Richtung

 25.06.2026

Gutachten

Chancen für AfD-Verbotsantrag stehen gut

Eine Gruppe von Experten hat das Grundsatzprogramm der AfD, ihre Wahlprogramme und die Parlamentsanträge analysiert. Auch Äußerungen von Funktionären wurden für das Gutachten ausgewertet

 25.06.2026

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  25.06.2026

Brüssel

EU legt Mitgliedstaaten Konzept für Libanon-Einsatz vor

Die Mission soll die libanesische Polizei und Armee stärken. Stimmen Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten zu?

 25.06.2026

Neuer Vorstand

Cerstin Richter-Kotowski übernimmt Vorsitz der DIG Berlin und Brandenburg

Die 64-jährige Juristin und Staatssekretärin löst Jochen Feilcke ab. Sie wurde mit großer Mehrheit in das Amt gewählt

 25.06.2026

Umfrage

Relative Mehrheit der Amerikaner hält US-Unterstützung für Israel für zu stark

Bei dieser Frage sind die Unterschiede zwischen den politischen Lagern groß

 25.06.2026

Magdeburg

AfD-Politiker Reichardt wegen Hitlergruß in Kritik

Der sachsen-anhaltinische AfD-Chef bestreitet den Vorwurf. Zwei Augenzeugen bleiben bei ihrer Darstellung

 25.06.2026