Debatte um Hamas-Nähe

Mitglieder des ZDF-Kontrollgremiums fordern Konsequenzen

Foto: picture alliance / Schoening

Nach den Enthüllungen über einen ehemaligen Techniker einer Partnerfirma des ZDF in Gaza, der für die palästinensische Terrororganisation Hamas tätig war, wächst der Druck auf den Sender. Wie »Bild« berichtet, verlangen mehrere Mitglieder des ZDF-Fernsehrats personelle Konsequenzen und eine umfassende Darstellung des Vorgangs in der kommenden Plenarsitzung am 12. Dezember.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner betonte laut einem Sprecher, der öffentlich-rechtliche Rundfunk trage besondere Verantwortung für Transparenz und Glaubwürdigkeit. »Die Bundestagspräsidentin geht davon aus, dass die zuständigen Gremien sich dem besagten Fall umfassend widmen werden.«

Der Hintergrund: Der palästinensische Satelliten-Techniker Ahmed Asʿad Muhammad Abu Matar, der über die Produktionsfirma »Palestine Media Production« (PMP) für das ZDF in Gaza tätig war, war am 19. Oktober bei einem israelischen Luftangriff getötet worden. Israelische Stellen führen ihn als Angehörigen der Hamas, der von der Terrorgruppe Zahlungen erhalten habe. In sozialen Medien tauchten zudem ältere Einträge auf, in denen er Unterstützung für den palästinensischen Terror äußerte.

Keine Hinweise

Laut »Bild« stufen deutsche Sicherheitskreise Abu Matar als möglichen Kommandeur einer Hamas-Einheit ein. Die israelischen Streitkräfte übermittelten dem ZDF nach eigenen Angaben Dokumente, die seine Zugehörigkeit zur Terrororganisation belegten. Das ZDF hatte daraufhin Ende Oktober die Zusammenarbeit mit PMP beendet und betont, dass es zuvor keine Hinweise auf eine extremistische Verbindung gegeben habe.

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Wie der Sender gegenüber »Bild« erklärte, wurde inzwischen ein interner Arbeitskreis eingesetzt, der die Abläufe rund um externe Dienstleister in Krisengebieten überprüft. Dabei geht es demnach sowohl um schärfere Kontrollmechanismen als auch um eine Neubewertung bestehender Compliance-Regeln. Hinweise auf weitere Mitarbeiter mit Hamas-Bezug lägen dem ZDF derzeit nicht vor. Die israelische Armee habe bislang keine entsprechenden Informationen übermittelt.

Für zusätzliche Irritationen sorgt eine Veröffentlichung des Journalists Support Committee (JSC), das Abu Matar posthum als »Journalisten« ausweist und ein bearbeitetes Bild verbreitet, das ihn in entsprechender Ausrüstung zeigt. Das ZDF widerspricht dieser Darstellung ausdrücklich: Abu Matar sei seit 2013 als Techniker im Bereich Übertragungstechnik tätig gewesen, jedoch nicht journalistisch.

Parallel dazu hält der Sender fest, dass die interne Aufarbeitung laufe und die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Dienstleister PMP weiter geprüft werde. Ziel sei es, künftig Risiken besser zu erkennen und die Sicherheitsstandards im Umgang mit Ortskräften und Produktionsfirmen zu erhöhen. im

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