Nachrichten

Militärrabbiner, Auschwitz, osteuropäische NS-Opfer

Demonstration von Nationalisten mit polnischen Fahnen vor der KZ-Gedenkstätte in Auschwitz Foto: imago/Eastnews

Militärrabbiner möglich

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink fordert, organisatorische Hürden für den Einsatz muslimischer und jüdischer Militärseelsorger in der Bundeswehr abzubauen. Das wäre »ein wichtiges Zeichen, das die Pluralität in der Bundeswehr widerspiegelt«, sagte Rink der Nachrichtenagentur epd. Ein Bedarf existiere in jedem Fall. Auch der Zentralrat der Juden hat sich für ein Militärrabbinat ausgesprochen.  ja/epd

Antisemiten bei Auschwitz-Gedenken

Während am 27. Januar auf dem Gelände der Gedenkstätte Auschwitz Überlebende gemeinsam unter anderem mit dem polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki der Befreiung des deutschen Vernichtungslagers vor 74 Jahren gedachten, fand nur wenige Meter entfernt eine antisemitische Demonstration statt. Wie mehrere Zeitungen berichten, versammelten sich etwa 50 Nationalisten mit polnischen Fahnen und Schildern, auf denen unter anderem »Polnischer Holocaust« stand. Angeführt wurde die Demonstration von Piotr Rybak, einem vorbestraften Nationalisten und offenen Antisemiten. Er sagte dort: »Die jüdische Nation und Israel tun alles, um die Geschichte der polnischen Nation zu verändern.« Der Auftritt der Gruppe löste in weiten Teilen der polnischen Öffentlichkeit Empörung und Wut aus.  ja

Israel: Hass wächst weltweit

Das israelische Diasporaministerium hat eine Studie vorgelegt, die weltweit ein Anwachsen antisemitischer Straftaten beschreibt. Im Jahr 2018 seien so viele Juden bei Attentaten ermordet worden wie seit den 90er-Jahren nicht mehr. Damals hatten Anschläge auf Gemeindezentren in Argentinien die Welt erschreckt. Ein Anstieg sei auch bei Übergriffen, die nicht zu Toten führten, zu registrieren. Allein in Frankeich seien die Vorfälle um 69 Prozent angewachsen.  ja

AfD: Wir sind nicht antisemitisch

Auf Kritik des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, ihre Partei sei antisemitisch, haben die AfD-Politiker Albrecht Glaser und Vera Kosova geantwortet. Unter anderem erklärten sie, die AfD wende sich nicht »gegen das rituelle Schächten an sich, sondern gegen das betäubungslose Schlachten von Tieren«. Vera Kosova ist Vorsitzende der Gruppe »Juden in der AfD«.  ja

Bundestag zu NS-Opfern in Osteuropa

Am heutigen Donnerstag debattiert der Bundestag auf Antrag der Linke-Fraktion, ob ein »zentraler Erinnerungsort für die Opfer des NS-Vernichtungskrieges in Osteuropa« in Berlin geschaffen wird. Jan Korte von der Linken verweist unter anderem auf den Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU, in dem gefordert wird, dass »bisher weniger beachtete Opfergruppen des Nationalsozialismus« anerkannt werden sollen. Korte verweist auf die »systematische Ermordung von Teilen der polnischen Bevölkerung« insbesondere von Juden als größte Minderheit. »Der Generalplan Ost etwa sah die Vernichtung ganzer Bevölkerungen vor«, heißt es in dem Antrag.  ja

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026

Berlin

Berliner Linke berät zum wiederholten Mal über umstrittene Abgeordnete

Vanessa Emde steht wegen Äußerungen zu Israel und zum Nahost-Konflikt massiv in der Kritik

 27.10.2026

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt heute über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  27.10.2026 Aktualisiert

Wilko Möller (AfD), Landtagsabgeordneter in Brandenburg, guckt nachdenklich

Rechtsextremismus

Urteil gegen AfD-Politiker wegen Wahlplakats rechtskräftig

Hat der AfD-Abgeordnete Wilko Möller mit einem »Hitlergruß« auf Plakaten Wahlkampf gemacht? Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte ihn zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen legte der Politiker Revision ein – vergeblich

 26.10.2026

Leerer Klassenraum (Symbolbild)

Hessen

Strafverfahren gegen Lehrer wegen israelfeindlicher Posts eingestellt

Wegen Instagram-Beiträgen, die als »antisemitisch und israelfeindlich« eingestuft wurden, ist ein Gymnasiallehrer seit einem Jahr vom Dienst suspendiert. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung wurde nun eingestellt

 26.10.2026