Berlin

Merkel erhält Menschenrechtspreis

Angela Merkel hat am Mittwochmittag im Bundeskanzleramt den Joseph Prize for Human Rights der amerikanischen Organisation Anti-Defamation League (ADL) entgegengenommen. Der ADL-Vorsitzende Abraham Foxman überreichte der Bundeskanzlerin den Award. Es zeichne sie aus, dass sie sich als Regierungschefin so sehr für die Menschrechte einsetze, betonte Foxman.

Merkel habe bei ihren zahlreichen Auslandsbesuchen – ob in Russland oder der Türkei – klar zu den Menschenrechten gestanden und offen Kritik geäußert. Aber auch bei Diskussionen in Deutschland – wie zum Beispiel der Beschneidungsdebatte – habe sie sich klar für den Schutz religiöser Freiheit eingesetzt.

Knesset Für Israel sei sie eine gute Freundin, die nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten an der Seite des Landes stehe. Foxman erinnerte an Merkels Rede vor dem israelischen Parlament, in der sie die Sicherheit Israels zur deutschen Staatsräson erhob. Er lobte die Kanzlerin für ihre Intelligenz und ihren Pragmatismus.

Merkel, die sichtlich gerührt den Preis entgegennahm, bedankte sich in ihrer Rede. Sie verstehe den Preis als Würdigung, aber auch als Ansporn. Und betonte, sie hätte ihn nicht erhalten können, wenn Deutschland nicht das sei, was es ist. Ein geeintes Land mit einer gefestigten Demokratie, ein Rechtsstaat, der auf der unantastbaren Würde des Menschen aufbaut.

Die Auszeichnung der ADL sei ein Beweis für Vertrauen in das Land, in dem der Zivilisationsbruch der Schoa für immer ins Gedächtnis der Nation eingeschrieben bleibe.

Sicherheit Merkel zitierte den amerikanischen Politiker Edmund Burke: »All that is necessary for the triumph of evil is that good men do nothing« und betonte, »so verfahren ein Konflikt sein mag, nie dürfen wir aufgeben, einen friedlichen Ausweg zu finden. In Frieden und Sicherheit leben zu können, dass ist jede Anstrengung wert« – auch vor dem Hintergrund einer neuen Herausforderung in diesen Tagen.

Man dürfe nicht zulassen, dass neue Mauern des Antisemitismus und des Fremdenhasses hochgezogen würden. »Schon einem latenten, schleichenden und nicht offen geäußerten Antisemitismus müssen wir klar und eindeutig entgegenstehen.«

Der Joseph Prize for Human Rights wird seit 1975 vergeben, darunter an Persönlichkeiten wie Elie Wiesel, Menachem Begin, Golda Meir, Richard von Weizsäcker oder George W. Bush.

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

AfD-Verbot

»Wachkitzeln von Gewalt- und Mordphantasien«

Der Historiker und NS-Forscher Götz Aly, der mit Blick auf die AfD bislang vor überzogenen Vergleichen mit dem Nationalsozialismus und der NSDAP gewarnt hatte, hat offenbar seine Position revidiert

 07.08.2026

Kanada

Bericht: Jüdische Studenten erleben Antisemitismus als alltägliche Realität

Fast alle befragten jüdischen Studenten geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet zu haben

 07.08.2026

Miami

Antisemitischer Angriff in Starbucks-Filiale

Laut Polizei schlug eine Frau ihr Opfer mit einem Mobiltelefon. Dann habe sie mit einem Metallstuhl auf den Mann, der eine Kippa trug, losgehen wollen

 07.08.2026

Berlin

Klingbeil: AfD-Verbotsverfahren ernsthaft prüfen

Die Diskussion um ein AfD-Verbotsverfahren erhält neue Dynamik. Was sagt SPD-Chef Klingbeil und wie reagiert die Linke auf seinen Vorstoß?

 07.08.2026

Teheran/Maskat/Washington D.C.

Iran und Oman arbeiten an Hormus-Regelung – Teheran stellt Bedingungen an die USA

Iranischer Vertreter sagen, ein Rahmenabkommen für den Schiffsverkehr sei weit fortgeschritten. Eine sofortige Wiederöffnung der Wasserstraße sei damit jedoch nicht verbunden

 07.08.2026