Mit scharfen Worten hat US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Iran weiter erhöht. Vor dem Hintergrund der angespannten Lage im Land und wachsender Berichte über tausendfache Todesopfer bei Protesten warnte Trump Teheran vor militärischen Konsequenzen, sollte es nicht zu einer Einigung über das iranische Atomprogramm kommen.
Zeitgleich traf ein US-Flottenverband im Nahen Osten ein. Trump schrieb auf seiner Plattform »Truth Social« erneut von einer »massiven Armada«, die einsatzbereit sei. Angeführt werde sie vom Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Die Streitkräfte seien, so der Präsident, »bereit, willens und in der Lage«, ihre Mission notfalls mit »Geschwindigkeit und Gewalt« umzusetzen.
Trump verwies dabei auf frühere Angriffe der USA auf iranische Ziele. Ein erneuter Schlag würde nach seinen Worten »weit schlimmer« ausfallen als der militärische Einsatz vor rund einem halben Jahr, bei dem amerikanische Tarnkappenbomber iranische Nuklearanlagen attackiert hatten. Damals war es im Zuge des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran zu einer direkten Konfrontation gekommen.
»Fair und ausgewogen«
In einer weiteren Botschaft forderte Trump die Führung in Teheran erneut zu Verhandlungen auf. »Die Zeit läuft«, schrieb er und mahnte: »Macht einen Deal!« Sollte es dazu nicht kommen, drohte er mit »massiver Zerstörung«. Ziel bleibe eine Vereinbarung ohne iranische Atomwaffen, die »fair und ausgewogen« sei.
Der Iran reagierte mit demonstrativer Härte. Die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen erklärte, man sei grundsätzlich zu Gesprächen bereit, werde sich jedoch verteidigen, falls es zu Angriffen komme. »Wenn wir unter Druck gesetzt werden, werden wir reagieren – wie nie zuvor«, hieß es in einer Stellungnahme.
Auch Irans Außenminister Abbas Araghchi meldete sich zu Wort. Die Streitkräfte des Landes seien vorbereitet und könnten »sofort und kraftvoll auf jede Aggression antworten«. Zugleich betonte er, Teheran habe stets ein »gerechtes und gegenseitig vorteilhaftes« Abkommen befürwortet.
Brutale Niederschlagung der Proteste
Die Eskalation fällt in eine Phase massiver Unruhen im Iran. Menschenrechtsorganisationen berichten von einer äußerst brutalen Niederschlagung der Proteste durch Sicherheitskräfte. Einer Organisation zufolge wurden bis zu 36.000 Demonstranten getötet.
In der Region wächst zugleich die Sorge vor einem offenen Krieg. Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, sie würden ihren Luftraum nicht für militärische Angriffe auf den Iran zur Verfügung stellen. Auch Saudi-Arabien signalisierte Zurückhaltung nach einem Gespräch zwischen Kronprinz Mohammed bin Salman und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian.
Bereits vor dem aktuellen Konflikt hatten die USA versucht, mit Teheran über eine Begrenzung des Atomprogramms zu verhandeln. Ein entsprechendes Abkommen aus dem Jahr 2015 war von Trump während seiner ersten Amtszeit aufgekündigt worden. Seither gilt das Verhältnis zwischen Washington und Teheran als hochgradig konfrontativ. im