Hessen

Margot Friedländer erhält posthum die Wilhelm-Leuschner-Medaille

Margot Friedländer (1921 - 2025) Foto: picture alliance / photothek

Die Holocaust-Zeitzeugin Margot Friedländer erhält posthum die höchste Auszeichnung des Landes Hessen, die Wilhelm-Leuschner-Medaille. Sie sei eine der wichtigsten Mahnerinnen gegen das Vergessen der Verbrechen des totalitären NS-Regimes gewesen, sagte Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden. Der Vorstandsvorsitzende der Margot-Friedländer-Stiftung, Karsten Dreinhöfer, wird die Medaille am 1. Dezember entgegennehmen.

Friedländer, deren Vater aus Hessen stammte, überlebte den Nationalsozialismus im Konzentrationslager Theresienstadt. Ihr Appell an Menschlichkeit und Verständnis sei ein herausragender Teil der Erinnerungskultur des Landes geworden, sagte Rhein. Friedländer habe sich ganz im Sinne des Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschner in außergewöhnlicher Weise für Freiheit und soziale Gerechtigkeit eingesetzt.

Friedländer setzte sich für Menschlichkeit ein

Margot Friedländer war im vergangenen Mai im Alter von 103 Jahren gestorben. Sie wurde am 5. November 1921 in Berlin als Tochter des aus dem hessischen Langen stammenden Kaufmanns Arthur Bendheim und dessen Frau Auguste Gross geboren. Die jüdische Familie erlitt ab 1933 Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung durch den NS-Staat.

Margot Friedländer wurde 1944 verhaftet und in das Konzentrationslager Theresienstadt gebracht. Gemeinsam mit ihrem Mann Adolf Friedländer siedelte sie nach ihrer Befreiung in die USA über. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1997 begann Margot Friedländer mit einer intensiven Erinnerungsarbeit. 2010 kehrte sie dauerhaft nach Berlin zurück und wurde zu einer prägenden Stimme gegen das Vergessen der NS-Verbrechen.

Die von ihr 2023 ins Leben gerufene Margot-Friedländer-Stiftung setzt ihre Zeitzeugenarbeit für Toleranz und Menschlichkeit sowie gegen Demokratiefeindlichkeit und Antisemitismus fort. epd

Leipzig

Kinder greifen koscheres Café an

Sie bewarfen offenbar Mitarbeiter mit Plastikflaschen, beschimpften sie und versuchten, in den Schankraum einzudringen: Die Polizei ermittelt gegen mehrere Kinder und Jugendliche in Leipzig

 08.01.2026

Apia

Samoa plant Botschaftseröffnung in Jerusalem

Premierminister La’auli Leuatea Schmidt folgt dem Nachbarland Fidschi, das im vergangenen Jahr seine Botschaft in der israelischen Hauptstadt eröffnet hatte

 08.01.2026

Debatte

Schulen legen Namen von Antisemiten und Eugenikerinnen ab

Hedwig Dohm oder Dag Hammarskjöld sind Namen, die Schulen heute gerne tragen. Andere Schulen sind nach Menschen benannt, deren Wirken heute kritischer gesehen wird als in der Vergangenheit

von Pat Christ  08.01.2026

Berlin

Mutmaßlicher Hisbollah-Anhänger kommt vor Gericht

Der inzwischen 30-Jährige soll sich zwischen Dezember 2023 und April 2025 als Mitglied der Terrororganisation betätigt haben

 08.01.2026

Canberra

Nach Terroranschlag: Australien setzt Untersuchungskommission zu Antisemitismus ein

Premierminister Anthony Albanese kündigt eine umfassende Untersuchung der Hintergründe der Tat sowie des zunehmenden Judenhasses im Land an

 08.01.2026

Potsdam

Zwei Brandenburger Minister verlassen BSW

Nach dem Bruch der Koalition in Brandenburg ziehen zwei Minister des BSW Konsequenzen. Was sie zum Parteiaustritt bewegt

 08.01.2026

Großbritannien

Stadionverbot für Maccabi-Fans: Jüdische Verbände fordern Rücktritt von Polizeichef

Craig Guildford und seiner West Midlands Police wird vorgeworfen, das Verbot verhängt und später Gründe dafür »zusammengekratzt« zu haben

 08.01.2026

Lissabon

Israelisches Restaurant schließt nach antisemitischen Anfeindungen

Nach zehn Jahren stellt das »Tantura« seinen Betrieb ein. Israelfeindliche Parolen und Hasskampagnen sind die Gründe

 08.01.2026

Berlin

Gericht setzt Verfahren gegen FU Berlin fort: Lahav Shapira sieht Schutzpflicht verletzt

Eine außergerichtliche Einigung scheitert. Das Verwaltungsgericht Berlin beschäftigt sich erneut mit dem Fall

 08.01.2026