Belarus

»Lukaschenko demonstriert seinen offenen Antisemitismus«

Alexander Lukaschenko spricht zum Unabhängigkeitstag am 3. Juli 2021. Foto: imago images/ITAR-TASS

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat in einer Rede zum Unabhängigkeitstag von einem »Holocaust des belarussischen Volkes« gesprochen. Der belarussische Unabhängigkeitstag fällt mit dem Gedenken an die Befreiung der Hauptstadt Minsk von der deutschen Besatzung am 3. Juli 1944 zusammen.

Lukaschenko bezog seine Äußerung auf die Verbrechen der Nationalsozialisten auf dem belarussischen Territorium während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Sie kämen einem »belarussischen Holocaust« oder einem »Holocaust des belarussischen Volkes« gleich, sagte der seit 1994 diktatorisch regierende Politiker.

ANGST Die Juden, so Lukaschenko weiter, hätten es geschafft, dass an die gegen sie begangenen Verbrechen erinnert werde. Heute verbeuge sich die ganze Welt vor ihnen und habe sogar Angst, »auf sie mit dem Finger zu zeigen«.

»Wir aber, die wir so tolerant und gutmütig sind, wollten niemandem etwas zuleide tun und sind jetzt so weit gekommen, dass man uns etwas zuleide tut«, sagte Lukaschenko.

WORT In seiner Rede gebrauchte Lukaschenko ein russisches Wort, das man mit »sich verbeugen« oder auch mit »huldigen« übersetzen kann. So könnte er auch gesagt haben, die ganze Welt huldige heute den Juden.

»Lukaschenko demonstriert seine Unhöflichkeit, seine pathologischen Lügen und seinen offenen Antisemitismus«, sagte Franak Viačorka, Berater der ins Exil geflohenen Oppositionspolitikerin Sviatlana Tsikhanouskaya, dem israelischen Fernsehsender Kan.

In seiner mittlerweile fast 27-jährigen Regentschaft hat sich Alexander Lukaschenko immer wieder abfällig über Juden geäußert. el

9. November

Bautzen erinnert an Novemberpogrome 1938

Der Bautzener Kornmarkt war Schauplatz der Novemberpogrome von 1938. Eine temporäre Installation soll am authentischen Ort an NS-Opfer erinnern

 13.10.2026

Großbritannien

Premier Burnham: Iran steckt hinter geplantem Angriff auf US-Militärbasis

Mehrere Männer werden verdächtigt, einen Anschlag auf einen Militärstützpunkt in Großbritannien geplant zu haben. Nun sagt der britische Premier: Das waren die iranischen Revolutionsgarden

 13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Berlin

Merz fordert SPD und Grüne auf, nicht mit Linken zu koalieren

Gibt es in Berlin eine rot-rot-grüne Koalition? Der Kanzler appelliert an SPD und Grüne

 12.10.2026

Kommentar

Vereint unter dem Dach eines Rechtsextremen

Der Verleger Jürgen Elsässer hat die Fraktionen von AfD und BSW für ein Kennenlernen in sein Magdeburger TV-Studio eingeladen. Dabei soll es auch um eine strategische Zusammenarbeit gegangen sein

von Ralf Fischer  12.10.2026

Berlin

120 Linke kritisieren Beschluss gegen Judenhass

Linke, Grüne und SPD haben sich vor dem Beginn von Sondierungsgesprächen zum Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt. Daran gibt es aus der Linke nun deutliche Kritik

 12.10.2026