Mordechai Ansbacher

Letzter Zeuge des Eichmann-Prozesses gestorben

Foto: Marco Limberg

Der letzte Zeuge des Prozesses gegen den Naziverbrecher Adolf Eichmann, Mordechai Ansbacher, ist tot. Der in Würzburg geborene Holocaust-Überlebende und Historiker starb am Samstag im Alter von 94 Jahren in Jerusalem, wie die Tageszeitung »Jerusalem Post« am Dienstag berichtete.

Mordechai (Max) Ansbacher, 1927 in Würzburg geboren, wurde 1942 als 15-Jähriger zunächst ins Ghetto nach Theresienstadt, dann ins Konzentrationslager Auschwitz und schließlich ins Konzentrationslager Dachau deportiert.

Nach der Befreiung im April 1945 wanderte Ansbacher nach Israel aus. Dort baute er die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem mit auf und leitete als erster Direktor deren Museumsabteilung. 1961 war er einer der Hauptzeugen im Prozess gegen Adolf Eichmann.

Als Historiker wirkte Ansbacher unter anderem an der »Encyclopedia Judaica« und lehrte in den 80er-Jahren an der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg. 2007 wurde er für seinen Beitrag zur Aussöhnung und Verständigung zwischen Israel und Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. kna

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