Judenhass

Lebenslang wegen Terroranschlag auf Pariser Synagoge vor 43 Jahren 

Foto: dpa

Mehr als 40 Jahre nach einem tödlichen Bombenanschlag auf eine Synagoge in Paris ist einer der Bombenleger in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Pariser Spezialgericht befand den in Kanada lebenden Senioren am Freitag schuldig, wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichteten. Der Verurteilte hatte bestritten, die Bombe vor der Synagoge platziert zu haben.

Terroristen ließen am 3. Oktober 1980 vor einer Synagoge in Westparis eine Bombe explodieren. Zu dem Zeitpunkt befanden sich mehr als 300 Gläubige in dem Gotteshaus, um Schabbat und drei Bar-Mitzwa-Feiern zu begehen. Bei dem Anschlag wurden drei Franzosen und eine Israelin getötet, 47 Menschen wurden verletzt. Der Angriff gilt als erster tödlicher antisemitischer Anschlag in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg. Verantwortlich für den Angriff soll ein fünfköpfiges Kommando einer radikalen palästinensischen Organisation gewesen sein.

Ob Kanada den nun Verurteilten ausliefern wird, ist fraglich. Bereits eine erste Auslieferung des libanesisch-kanadischen Mannes im Laufe der Ermittlungen war erst nach Jahren erfolgt. 2018 wurde in Frankreich dann zunächst eine Einstellung der Ermittlungen gegen den Mann angeordnet - die Anklage legte Einspruch dagegen ein. Weitere Verdächtige fand die französische Justiz nicht.

In dem dreiwöchigen Prozess kamen auch zahlreiche Überlebende des Anschlags zu Wort. Eine Frau sagte: »Ab diesem Moment war ich nie wieder die Gleiche.« Der gezielte Angriff auf Jüdinnen und Juden habe ihr das Gefühl gegeben, nicht mehr Französin zu sein. Ein anderer Überlebender berichtete vor Gericht: »An diesem 3. Oktober ist etwas in mir für immer gestorben - ein Lebensfunke.« dpa

Straßburg

Parteienfamilie der AfD auf EU-Ebene kommt auf den Prüfstand

Die rechte Parteienfamilie Europa der souveränen Nationen (ESN) steht im Visier der Aufsichtsbehörde. Es geht um mögliche Verstöße gegen Kernwerte der EU. Auf dem Spiel stehen Fördermittel

von Valeria Nickel  07.07.2026

Syrien

Damaskus: Explosionen in der Nähe von Macrons Hotel

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist aktuell zu einem Besuch in Syrien. Zum Zeitpunkt der Detonationen traf er sich gerade mit dem Präsidenten Ahmed al-Scharaa

 07.07.2026

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Beitrag für Yad Vashem

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Die Bundesrepublik will sich künftig verstärkt an der Finanzierung beteiligen

 07.07.2026

Tschechien

Tschechien darf Neonazi Liebich ausliefern

Im Fall des verurteilten Rechtsextremisten Sven Liebich hat das Oberlandesgericht in Prag entschieden

 07.07.2026

NRW

Anschlag auf jüdisches Gedenkprojekt in Mönchengladbach

Nach einer heftigen Explosion ermittelt der Staatsschutz. Die Polizei sucht Zeugen

 07.07.2026

Nahost

Bericht: Iran greift Handelsschiffe in der Straße von Hormus an

Die Revolutionsgarden drohen weiterhin mit Raketen- und Drohnenangriffen

 07.07.2026

Schönefeld

Wadephul reist zu Gesprächen nach Israel

Der Bundesaußenminister ist bereits auf dem Weg in den Nahen Osten. Die Liste der Themen ist lang

 07.07.2026

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der umstrittene Podcaster Ben Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026

Diplomatie

Streit mit der Türkei: Wadephul stellt sich an die Seite Israels

Außenminister Johann Wadephul hat Aussagen seines türkischen Amtskollegen Hakan Fidan als »vollkommen unangemessen« bezeichnet. Fidan hatte Israel ein »Problem für die Menschheit« genannt

 07.07.2026 Aktualisiert