NS-Verbrechen

Kein Verfahren gegen SS-Mann

642 Einwohner des französischen Dorfes Oradour-sur-Glane wurden am 10. Juni 1944 von Deutschen ermordet. Foto: dpa

Das Landgericht Köln hat es abgelehnt, ein Verfahren gegen einen früheren SS-Mann zu eröffnen. Dem heute 89-jährigen Mann wird vorgeworfen, 1944 an einem Massaker im französischen Oradour-sur-Glane beteiligt gewesen zu sein.

642 Einwohner des Dorfes wurden am 10. Juni 1944 von Deutschen ermordet. Konkret wurde dem Mann von der Staatsanwaltschaft Dortmund gemeinschaftlich begangener Mord in 25 Fällen sowie Beihilfe zum Mord in mehreren Hundert Fällen vorgeworfen.

beweisnot Die Kammer, die sich nun weigert, Anklage zu erheben, teilt zwar mit, dass das Massaker in Oradour-sur-Glane eine »historische belegte Tatsache« ist, glaubt aber, es sei unwahrscheinlich, »dem Angeschuldigten nachweisen zu können, sich an diesen Morden beteiligt zu haben«.

Dabei hatte der Beschuldigte zugegeben, an den Ereignissen beteiligt gewesen zu sein. Er behauptete aber, selbst nicht geschossen zu haben.

Wie die »Bild«-Zeitung mitteilt, hatte die Staatsanwaltschaft als Beweismittel unter anderem eine »Kompanieliste« vorgelegt, die den Beschuldigten als Maschinengewehrschützen auflistet. Aber, so das Gericht, die Liste sei unvollständig und liege im Übrigen auch nicht im Original vor. ja

Teheran

Modschtaba Chamenei in »äußerst kritischem Zustand«

»Wir wären nicht überrascht, wenn wir bald die Nachricht von seinem Märtyrertod hören würden«, heißt es aus dem Umfeld der Regierung von Präsident Masoud Peseschkian

 10.08.2026

Washington D.C.

Trump ernennt jüdischen Juristen zum neuen Rechtsberater des Weißen Hauses

»Will ist hart, stark und klug! Er liebt auch unser Land und respektiert das Gesetz«, sagt der amerikanische Präsident

 10.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026

Itzehoe

Wie ein KZ-Überlebender und ein Ex-Nazi ein Mahnmal schufen

Ein früherer KZ-Häftling und ein Architekt mit Nazi-Vergangenheit bauen gemeinsam ein Mahnmal. Die ungewöhnliche Geschichte des Filmproduzenten Gyula Trebitsch und des Architekten Fritz Höger

von André Klohn  10.08.2026

Washington D.C.

Trump zu Iran-Diplomatie: »Es ist wie eine Schachpartie«

Auf die neuen Bedingungen Teherans zur Öffnung der Straße von Hormus reagiert US-Präsident Trump demonstrativ gelassen. Ein weiterer Militäreinsatz scheint erst einmal vom Tisch zu sein

 10.08.2026

Medien

Nach Anti-Israel-Verschwörungstheorie: WDR nimmt Georg Restle in Schutz

Die Causa des WDR-Journalisten Georg Restle, der einen Link mit einem Verschwörungsnarrativ über Israels Zutun zur Migrantenkrise in Ceuta verbreitet hat, geht weiter. Der Redakteur räumt einen Fehler ein. Die ARD verteidigt ihn

 09.08.2026 Aktualisiert

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026