NS-Verbrechen

Kein Verfahren gegen SS-Mann

642 Einwohner des französischen Dorfes Oradour-sur-Glane wurden am 10. Juni 1944 von Deutschen ermordet. Foto: dpa

Das Landgericht Köln hat es abgelehnt, ein Verfahren gegen einen früheren SS-Mann zu eröffnen. Dem heute 89-jährigen Mann wird vorgeworfen, 1944 an einem Massaker im französischen Oradour-sur-Glane beteiligt gewesen zu sein.

642 Einwohner des Dorfes wurden am 10. Juni 1944 von Deutschen ermordet. Konkret wurde dem Mann von der Staatsanwaltschaft Dortmund gemeinschaftlich begangener Mord in 25 Fällen sowie Beihilfe zum Mord in mehreren Hundert Fällen vorgeworfen.

beweisnot Die Kammer, die sich nun weigert, Anklage zu erheben, teilt zwar mit, dass das Massaker in Oradour-sur-Glane eine »historische belegte Tatsache« ist, glaubt aber, es sei unwahrscheinlich, »dem Angeschuldigten nachweisen zu können, sich an diesen Morden beteiligt zu haben«.

Dabei hatte der Beschuldigte zugegeben, an den Ereignissen beteiligt gewesen zu sein. Er behauptete aber, selbst nicht geschossen zu haben.

Wie die »Bild«-Zeitung mitteilt, hatte die Staatsanwaltschaft als Beweismittel unter anderem eine »Kompanieliste« vorgelegt, die den Beschuldigten als Maschinengewehrschützen auflistet. Aber, so das Gericht, die Liste sei unvollständig und liege im Übrigen auch nicht im Original vor. ja

Magdeburg

Jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt kritisieren Hallervorden-Wahlkampf der CDU

Der Landesverband der jüdischen Gemeinschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in die Debatte ein

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Mehrere Flaschen mit Limonade der Marke Lemonaid in verschiedenen Geschmacksrichtungen stehen im Regal in einem Getränkemarkt

Meinung

Kann politisch korrekte Limonade antisemitisch sein?

Beim FC St. Pauli ist der langjährige Kapitän Jackson Irvine weg, doch bei der politisch korrekten Brausefirma »LemonAid« sitzt der anti-israelische Australier weiter im Aufsichtsrat

von Daniel Killy  06.08.2026

Kommentar

Landtagswahlkampf mit Israelfeindlichkeit

Mit einem vielleicht auf den ersten Blick unschuldigen Satz macht das BSW Stimmung. Gegen den einzigen jüdischen Staat, die »Zionisten« und damit die Juden

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Leipzig

Dobrindt: Deutsche Drohnenabwehr mit Unterstützung Israels

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verstärkte Anstrengungen gegen hybride Bedrohungen an. Helfen sollen dabei auch die Ukraine und Israel

 06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Detroit (Michigan)

Israel-Kritiker El-Sayed gewinnt demokratische Vorwahl für Senat

Der Politiker wird im November gegen den republikanischen Kandidaten antreten. Trump nennt El-Sayed einen »kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst«

 06.08.2026

Meinung

»Blaue Moschee« als Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus?

Nach der Schließung des eng mit dem iranischen Regime verflochtenen »Islamischen Zentrums Hamburg« wird über die künftige Nutzung des Ortes diskutiert

von Ulrike Becker  06.08.2026