New Jersey

Kandidat mit Terror-Kontakten? Demokraten nominieren Adam Hamawy

Adam Hamawy im Jahr 2024 Foto: picture alliance / Anadolu

Der plastische Chirurg und frühere Militärarzt Adam Hamawy hat die demokratische Vorwahl für einen Kongresssitz im US-Bundesstaat New Jersey gewonnen - obwohl ihm vorgeworfen wird, früher Kontakte zu islamistischen Terroristen gehabt zu haben. Der Veteran des Irak-Krieges setzte sich in einem Feld von insgesamt zwölf Bewerbern durch und wird bei den Zwischenwahlen im Herbst gegen den Republikaner Gregg Mele antreten.

Hamawy, der in der Partei als scharfer Israelkritiker gilt, bewirbt sich um die Nachfolge der langjährigen Kongressabgeordneten Bonnie Watson Coleman, die nach zwölf Jahren im Repräsentantenhaus nicht erneut kandidiert. Der Wahlkreis gilt als Hochburg der Demokraten, weshalb Hamawy gute Chancen auf einen Einzug in den Kongress eingeräumt werden.

Unterstützung erhielt der Arzt unter anderem vom linken Senator Bernie Sanders sowie mehreren prominenten linken Abgeordneten der Demokratischen Partei, darunter Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Rashida Tlaib und Ro Khanna, die dem israelkritischen Flügel der Partei angehören. Nationale Bekanntheit erlangte Hamawy bereits während seines Militärdienstes: Im Irak rettete er nach einem Hubschrauberabsturz das Leben der heutigen Senatorin Tammy Duckworth.

Hamawy, Al-Qaida und der »Blinde Scheich«

Im Wahlkampf rückten jedoch auch andere Stationen aus Hamawys Vergangenheit in den Fokus. Medienberichte thematisierten ein fünfwöchiges Praktikum, das er 1994 bei der inzwischen aufgelösten Benevolence International Foundation in Bosnien absolvierte, wie die »National Review« berichtet. Die Organisation wurde später von US-Behörden mit Al-Qaida-Verbindungen in Zusammenhang gebracht.

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Der Abschlussbericht der 9/11-Kommission beschrieb die Aktivitäten der Stiftung in Bosnien als Teil eines Netzwerks, das verdeckt finanzielle und andere Unterstützung für terroristische Aktivitäten Osama bin Ladens geleistet habe.

Adam Hamawy selbst wurde in diesem Zusammenhang allerdings niemals beschuldigt oder angeklagt, in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen zu sein.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erregte seine frühere Beziehung zu dem als »Blinder Scheich« bekannten Omar Abdel-Rahman. Der islamistische Prediger wurde 1995 wegen Verschwörung verurteilt, nachdem Anhänger der von ihm inspirierten Bewegung zwei Jahre zuvor einen Sprengstoffanschlag auf das World Trade Center verübt hatten. Einer der Anhänger des »Blinden Scheichs« hatte bereits 1990 Rabbi Meir Kahane, den Gründer der Jewish Defense League, erschossen.

»Verzweifelt« und »absurd«

Hamawy trat im Prozess gegen den Islamisten als Zeuge der Verteidigung auf. Nach Gerichtsunterlagen erklärte er unter anderem, Äußerungen Abdel-Rahmans über die »Eroberung des Landes der Ungläubigen« würden von den Anklägern »aus dem Zusammenhang gerissen«. Der heutige Politiker gab im Prozess außerdem an, regelmäßig Abdel-Rahmans Predigten gelauscht und auch Zeit in dessen Wohnung verbracht zu haben.

Steven Emerson, Gründer der Denkfabrik Investigative Project on Terrorism, kritisierte Hamawy amerikanischen Zeitungsberichten zufolge scharf. »Ich denke, die Wähler von New Jersey haben ein Recht darauf zu erfahren, warum Dr. Hamawy so entschlossen einen gewalttätigen Dschihadistenführer – den Blinden Scheich – verteidigte.«

Das Wahlkampfteam des Demokraten wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher bezeichnete die Angriffe auf Hamawy wegen seiner damaligen Tätigkeit für die Stiftung als »verzweifelt«, »absurd« und »voreingenommen«. Hamawy habe sein Leben eher damit verbracht, Menschenleben zu retten als sie zu nehmen, wie er bei einem Wahlkampfauftritt in Trenton erklärte. im/ja

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