Ottawa/Brüssel

Kanada verweigert EU-Abgeordneter die Einreise

Die Abgeordnete Rima Hassan Foto: picture alliance / SIPA

Die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan darf vorerst nicht nach Kanada einreisen. Die 33-Jährige wollte in Montréal an zwei Veranstaltungen teilnehmen, wird nun aber nur per Video zugeschaltet auftreten. Kanadische Publikationen wie der »Toronto Star« und die »Montreal Gazette« berichteten.

Nach Angaben ihrer Partei La France Insoumise war eine elektronische Einreisegenehmigung zunächst erteilt worden. Kurz vor der geplanten Abreise sei diese jedoch wieder zurückgezogen worden. Kanadische Behörden werfen Hassan demnach vor, frühere Probleme bei Visa- oder Einreiseverfahren sowie mögliche strafrechtliche Vorwürfe nicht offengelegt zu haben.

Hassan selbst sieht darin einen politischen Vorgang. Auf der Plattform X schrieb sie: »Ich wurde an der Reise nach Kanada gehindert: ein beunruhigendes Hindernis für parlamentarisches Handeln und die Meinungsfreiheit.« Zugleich kündigte sie an: »Trotz allem werde ich meine beiden Konferenzen am Montag und Dienstagabend aus der Ferne abhalten, was mir die Gelegenheit gibt, mich gegen diesen Zensurversuch zu äußern.«

Vorwurf der Terror-Verherrlichung

In ihrem Umfeld wird vermutet, dass die Entscheidung mit Hassans politischem Profil zusammenhängt. Sie äußert regelmäßig israelfeindliche Positionen und tritt bei entsprechenden Veranstaltungen auf. Ihre Partei führt die Maßnahme unter anderem darauf zurück, dass Hassan bereits die Einreise nach Israel verweigert worden war.

Lesen Sie auch

Auch Hassan selbst erklärte, die gegen sie erhobenen Vorwürfe stünden im Zusammenhang mit ihrem Aktivismus und hätten nicht zu Verurteilungen geführt. Beschwerden, sie verherrliche Terrorismus, bezeichnete sie als Versuch, »pro-palästinensische« Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Der kanadische Oppositionspolitiker Alexandre Boulerice (NDP) äußerte Zweifel an der Entscheidung der Behörden. Es sei »äußerst verdächtig«, dass die Genehmigung kurzfristig widerrufen worden sei. Er habe den Eindruck, »dass man Rima Hassan für ihre sehr klaren Positionen zur Palästina-Frage bestrafen will«.

Entschlossen gegen Extremismus

Auch aus Québec kam Kritik. Der Abgeordnete Andrés Fontecilla forderte Aufklärung durch die Regierung. Sollte die Einreisesperre tatsächlich auf politischen Ansichten beruhen, wäre dies »ein ernstes Problem für die Meinungsfreiheit und den demokratischen Austausch«.

Unterstützung erhielt die Entscheidung hingegen von mehreren jüdischen Organisationen. B’nai Brith erklärte, man habe die Behörden informiert, und lobte deren Vorgehen: »Kanada ist keine Plattform für diejenigen, die Terrorismus rechtfertigen, Gewalt verherrlichen und die jüdische Geschichte leugnen.«

Auch das Centre for Israel and Jewish Affairs begrüßte die Einreisesperre und sprach von der Notwendigkeit, entschlossen gegen extremistische Positionen vorzugehen. im

Berlin

Wadephul begrüßt angekündigte Hamas-Entwaffnung

Im Gaza-Konflikt gibt es angeblich eine Einigung: Die Hamas soll ihre Waffen abgeben, Israel seine Truppen aus dem Küstenstreifen abziehen. Die Bundesregierung sendet positive Signale

 31.07.2026

Gaza

Islamischer Dschihad bestreitet Entwaffnungs-Einigung

US-Präsident Donald Trump verkündet eine Einigung auf eine vollständige Entwaffnung der Hamas. Eine andere palästinensische Terrororganisation bezeichnet Berichte darüber als unzutreffend

 31.07.2026

Berlin/Tel Aviv

Constantin Schreiber verlässt Axel Springer

Der frühere »Tagesschau«-Sprecher Constantin Schreiber berichtete seit September 2025 für die Publikationen von Axel Springer aus Tel Aviv. Zum Ende des Jahres verlässt er das Unternehmen

 31.07.2026

New York

NGO fordert Amtsenthebung von Bürgermeister Mamdani

Die Organisation »End Jew Hatred« macht dem New Yorker Bürgermeister in einer Petition schwere Vorwürfe, darunter seine Drohungen gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu

 31.07.2026

Washington D.C./Gaza

Trump verkündet Einigung über nächste Gaza-Phase – Hamas soll Entwaffnung akzeptiert haben

Der amerikanische Präsident sieht einen »gewaltigen Schritt hin zu dauerhaftem Frieden und Sicherheit«

 31.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kommentar

Die Hinrichtungen gehen weiter

Nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar setzt das Regime die Exekutionen vor den Augen der Welt fort

von Nila Mozafari  30.07.2026

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026

Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Der Mann fuhr mit seinem Boot neben dem Kulturschiff und pöbelte dabei. Später soll er noch Beleidigungen per Email und via Facebook verschickt haben

 30.07.2026