Rechtsextremismus

Justizministerin Hubig will AfD-Verbotsverfahren prüfen

Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) Foto: picture alliance / photothek.de

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat sich gegenüber den Funke-Zeitungen erneut für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens ausgesprochen. »Nach dem Gutachten des Verfassungsschutzes können wir nicht einfach weitermachen, als wäre nichts gewesen«, unterstrich sie. »Die Partei hat es insgesamt selbst in der Hand, sich so zu verhalten und so zu äußern, dass sie verfassungskonform auftritt.«

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die AfD Anfang Mai als »gesichert rechtsextremistische Bestrebung« eingestuft. Dagegen geht die AfD juristisch vor. Die Einstufung ist daher ausgesetzt, bis das Verwaltungsgericht Köln über einen entsprechenden Eilantrag entschieden hat. Ein Parteiverbotsverfahren kann nur von Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung initiiert werden. Die Entscheidung, ob eine Partei verfassungswidrig ist, liegt beim Bundesverfassungsgericht.

Lesen Sie auch

Nach Einschätzung des Innenministers von Thüringen, Georg Maier (SPD), sind die wichtigsten rechtlichen Voraussetzungen für ein mögliches AfD-Verbotsverfahren erfüllt. Sie sei eine völkische Partei, »die Menschen nach ethnischen oder kulturellen Eigenschaften in Wertigkeiten einteilt« und damit gegen die Menschenwürde verstoße, sagte er den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Online: Sonntag).

Die Einleitung eines Verbotsverfahrens sei deswegen geboten. »Weiteres Zuwarten birgt hohe Risiken für unsere Demokratie«, betonte Maier. »Die Erfahrung des Nationalsozialismus lehrt uns: Eine Partei wird nicht demokratisch, indem sie demokratisch gewählt ist.« epd

Berlin

Nova-Ausstellung: Interne Unterlagen zeigen Streit um Fördergeld

Die Finanzierung des Projekts war bis zuletzt umstritten. Eine angekündigte Kürzung der Landesförderung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro wurde zurückgenommen

 22.06.2026

Hamburg

Er spionierte Josef Schuster und Volker Beck aus: Däne vor Gericht

Der Mann mit afghanischen Wurzeln soll im Auftrag des Iran spioniert haben

 22.06.2026

Bundeswehr

Fünf Jahre Militärrabbinat

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) betonte, die Jüdische Militärseelsorge bereichere den Dienstalltag und schärfe die ethische Orientierung der Streitkräfte

 22.06.2026

Berlin

Pantisano entschuldigt sich für Faschismus-Vorwurf gegen CDU

Der neue Linken-Chef hat mit seiner Wortwahl über vermeintlich »faschistische Politik« der Union Empörung ausgelöst. Jetzt rudert er zurück

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

London

Britischer Premierminister Starmer kündigt Rücktritt an

Der Einzug seines größten Rivalen ins Parlament kostet Premierminister Keir Starmer das Amt. Der Labour-Chef hatte sich schon in den vergangenen Monaten von einer Krise zur nächsten gehangelt

 22.06.2026 Aktualisiert

Paris/Berlin

Ron Prosor kritisiert Frankreich wegen Einschränkungen bei Rüstungsmesse

Der israelische Botschafter in Deutschland schreibt: »›Kauft nicht von Juden‹ – die französische Version davon.« Es geht um antiisraelische Maßnahmen bei der Eurosatory-Messe

 22.06.2026

Berlin

Mann pöbelt bei WM-Public-Viewing

Der betrunkene 40-Jährige soll antisemitische und rassistische Beleidigungen von sich gegeben haben. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung

 22.06.2026

Nahost

Iran und USA einigen sich auf Fahrplan für Abkommen

Ziel ist es, den Krieg zwischen den USA und dem Iran dauerhaft zu beenden und offene Fragen zu klären – darunter auch den Umgang mit dem Atomprogramm des Mullah-Regimes

 22.06.2026