Hamburg

Jugendliche wegen antisemitischen Angriffs vor Gericht

Foto: imago images/Steinach

Gut neun Monate nach einem Angriff auf eine Mahnwache gegen Antisemitismus hat am Freitag vor dem Amtsgericht Hamburg der Prozess gegen zwei Jugendliche begonnen.

Einem 17-Jährigen und seinem 15 Jahre alten Bruder wird vorgeworfen, Teilnehmer einer Mahnwache für Israel in Hamburg im September vergangenen Jahres antisemitisch beleidigt zu haben. Der ältere Bruder muss sich zudem wegen Körperverletzung verantworten.

videoaufzeichnungen Er soll einem Versammlungsteilnehmer mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn erheblich verletzt haben. Die beiden Brüder aus Berlin waren wenige Tage nach der Tat anhand von Videoaufzeichnungen von der Polizei identifiziert worden.

Die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Hamburg findet aufgrund des Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Vor dem Beginn der Verhandlung äußerte sich das 61-jährige Opfer, das als Nebenkläger auftritt. 

»Die Jugendlichen haben uns zunächst gefilmt, dann beleidigt und ›Free Palästina‹ und ›Scheiß Juden!‹ gerufen«, sagte der 61-Jährige, der noch immer eine Augenklappe auf seinem rechten Auge trägt. Er habe mit den Jugendlichen reden wollen, habe dann aber sofort einen Faustschlag ins Gesicht bekommen und sei zu Boden gegangen. Noch heute könne er auf dem rechten Auge nichts mehr sehen und nur hell und dunkel unterscheiden. dpa

Reaktion

»Wir dürfen nicht dulden, dass Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind«

Bundeskanzler Merz sprach in Berlin über Migration und den grassierenden Judenhass im Land

 17.09.2026

Wahlkampf im Nordosten

Ex-CDU-Politiker Michel Friedman wirbt für die Grünen

 17.09.2026

Brandanschlag auf Synagoge Wuppertal

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 17.09.2026 Aktualisiert

Berlin-Wahl

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Linke

Neue Umfrage sieht eine Partei wieder knapp in Führung

 17.09.2026

München

Drinnen redet ein Palästinenser, draußen wird er mit »Free Palestine«-Rufen niedergebrüllt

In der bayerischen Landeshauptstadt fand eine Medienkonferenz mit prominenten Teilnehmern statt, gegen die es im Vorfeld Boykottaufrufe gab. Redner beklagten die zunehmende Polarisierung

von Michael Thaidigsmann  17.09.2026

Karlsruhe

Iraker plante Anschlag in Bremen

Der 24-jährige Islamist soll eine Kirche in Bremen als Anschlagsziel ausgewählt und schon eine Schusswaffe beschafft haben. Die Ermittler werfen ihm mehrere schwere Straftaten vor

 17.09.2026

Synagoge in Mailand (Archiv)

Mailand

»Niemand wird mich hier erniedrigen«

Nach antisemitischer Attacke: Jetzt spricht der angegriffene Rabbiner

 17.09.2026 Aktualisiert

Berlin-Wahl

»Stimmen Sie gegen Antisemitismus!«

Die Vorsitzende der DIG Berlin Brandenburg, Cerstin Richter-Kotowski ruft Wähler dazu auf, Parteien zu wählen, die Judenhass bekämpfen

 17.09.2026

München

Rabbiner: Plan gegen islamistischen Terror ist Vorbild für Europa

Mit einem Zehn-Punkte-Plan sollen in Deutschland Radikalisierung und islamistischer Terror bekämpft werden. Zustimmung kommt von Rabbinern, die über die Landesgrenzen hinaus denken. Allerdings wird auch Kritik laut

von Leticia Witte  17.09.2026