Meinung

Jugendkongress: Wir können auch Politik

Sind wir deutsche Juden oder jüdische Deutsche? Diese Frage beschäftigt zunehmend die junge jüdische Generation. Dabei geht es um unsere Identität und darum, welchen Platz wir als Juden in der Gesellschaft einnehmen. Dass gerade die Generation, die frisch von der Uni kommt, aktiv am gesellschaftlichen Diskurs teilnimmt, zeigte die Podiumsdiskussion zum Abschluss des diesjährigen jüdischen Jugendkongresses.

Wer vermutet hatte, dass Hunderte Jugendliche nach einer durchzechten Nacht an einem Sonntagmorgen nur für ein Nickerchen in einen Konferenzsaal kämen, lag falsch. Und wer dachte, dass Juden untereinander weichgespülte Floskeln austauschen, sollte ebenfalls eines Besseren belehrt werden. Anregend, kontrovers und teils bissig verlief das Gespräch – sowohl unter den Vertretern der jüdischen Einrichtungen auf dem Panel als auch zwischen den Panelisten und dem Publikum.

Auswanderungspolitik, Antisemitismus und das jüdische Gemeindeleben lieferten Stoff für eine hitzige Debatte, die einerseits deutlich macht, wie unterschiedlich die Meinungen innerhalb der jüdischen Community sind, die aber andererseits auch die große Diskussionsbereitschaft unter uns jungen Juden von heute zeigt.

evolution Politisches Interesse und Engagement bestimmen diese Generation. Dies ist ein Zeichen der Evolution von Juden in Deutschland: Die Generation, die beim diesjährigen Jugendkongress vertreten war, muss sich nicht mehr mit der Errichtung von Synagogen in ihren Städten beschäftigen – wir sind mit einem Gebetshaus in unserer Stadt aufgewachsen.

Unsere Generation ist auch nicht mehr von den Existenzängsten eines Immigranten geplagt, der sich eher für sein geregeltes Einkommen als für die innerdeutsche Politik interessiert. Die Existenz ist gesichert: Die Jugendlichen haben Abschlüsse von deutschen Hochschulen, treten in Parteien ein und sind in ihren Lebensentscheidungen weniger eingeschränkt als ihre Eltern oder Großeltern. Die Lebensqualität steigt, und damit geht der Wunsch einher, sich sozial und politisch einzubringen.

Von immenser Bedeutung ist dabei die Frage nach der jüdischen Identität und dem Umgang mit ihr. Ziel eines jeden einzelnen Vertreters dieser, unserer Generation sollte es sein, trotz der antisemitischen Ressentiments in der Gesellschaft dennoch selbstbewusst als Jude am öffentlichen Leben teilzunehmen. Ob man sich dabei als deutscher Jude oder jüdischer Deutscher sieht, bleibt jedem selbst überlassen.

Die Autorin ist freie Journalistin in Düsseldorf.

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026

Washington D.C.

»Schaut mal, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert«

»Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit«, schreibt der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social

 13.03.2026

Maskat

Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman

Woher die Drohnen kamen, war zunächst nicht bekannt. Trotz Vermittlungsbemühungen wurde der Oman mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe

 13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Die Gruppe exilierter Iraner will nach dem Sturz der Mullahs innerhalb von sechs Monaten Wahlen durchführen. Der Widerstandsrat ist jedoch höchst umstritten

 13.03.2026

Nahost

US-Tankflugzeug bei Einsatz im Irak abgestürzt

Vier der fünf Crew-Mitglieder starben

 13.03.2026

Incirlik

Iranische Rakete auf NATO-Stützpunkt in der Türkei abgefeuert

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verstärkt die Allianz ihre Luftverteidigung in der Region. Ankara droht derweil dem Regime in Teheran

 13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026