USA

Jüdischer Bundesrichter Hellerstein leitet Strafverfahren gegen Maduro

Ein Gerichtszeichner bildete im Juni 2023 Richter Alvin Hellerstein ab. Foto: picture alliance / REUTERS

Nach der Festnahme des früheren venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seinem Transport in den USA wird das Strafverfahren vor einem der einflussreichsten Bundesgerichte des Landes geführt. Den Vorsitz übernimmt der jüdisch-orthodoxe New Yorker Bundesrichter Alvin Hellerstein. Er ist einer der dienstältesten noch aktiven Richter in den Vereinigten Staaten. Amerikanische und israelische Medien, darunter »The Jerusalem Post«, berichteten.

Der Prozess findet am Bundesgericht für den südlichen Bezirk von New York in Manhattan statt. Dieses Gericht ist für besonders komplexe und international bedeutsame Verfahren zuständig, darunter Fälle zu Terrorismus, nationaler Sicherheit und grenzüberschreitender organisierter Kriminalität. Die Anklage wirft Maduro unter anderem schweren Drogenschmuggel, Korruption auf Regierungsebene sowie Straftaten mit Terrorbezug vor.

Hellerstein, 92 Jahre alt, wurde 1998 von Präsident Bill Clinton an das Bundesgericht berufen. Seit 2011 hat er den Status eines sogenannten Senior Judges, ist aber weiterhin regelmäßig mit Verfahren befasst. Im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere leitete er zahlreiche aufsehenerregende Prozesse, darunter große Finanz- und Zivilsachen sowie Klagen im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001.

Lesen Sie auch

»Kompromisslos fair«

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Personalie auch in Israel und in jüdischen Gemeinden weltweit. Hintergrund sind Maduros enge Beziehungen zum Iran sowie seine jahrelange israelfeindliche Rhetorik während seiner Amtszeit.

Der Richter war in der Vergangenheit auch in leitenden Funktionen innerhalb der orthodoxen Gemeinde aktiv. Juristen, die vor ihm verhandelt haben, beschreiben ihn als »hart, methodisch und äußerst präzise, zugleich aber kompromisslos fair«. In seiner Rechtsprechung machte Hellerstein wiederholt deutlich, dass persönliche Überzeugungen oder religiöse Zugehörigkeit keinen Einfluss auf seine Entscheidungen haben.

In den vergangenen Jahren fällte er Urteile sowohl zugunsten als auch zulasten der Trump-Regierung. Dazu gehörten Entscheidungen, mit denen Abschiebungen aus verfassungsrechtlichen Gründen gestoppt wurden, ebenso wie Beschlüsse, Anträge auf Strafmilderung allein aufgrund von Religion oder Nationalität zurückzuweisen. Auch im Verfahren gegen Maduro betont das Gericht, ausschließlich die Rechtslage und die Beweislage seien maßgeblich. im

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  05.01.2026

Meinung

Blind auf dem linken Auge: Die »Vulkangruppe« in Berlin und der Terror

Wie Politik und Öffentlichkeit Gewalt verharmlosen, sofern sie aus einem bestimmten politischen Milieu stammt

von Roman Haller  05.01.2026

Jena

Israelfeindliche Autoren sorgen für Proteste

Zwei Vorträge israelkritischer Autoren im Januar sorgen für Widerspruch an der Universität Jena

 05.01.2026

Venezuela

Ist Nicolás Maduro jüdisch?

Immer wieder erklärte Maduro, sefardische Wurzeln zu haben. Die Geschichte zwischen dem Diktator und den Juden ist komplex

 05.01.2026

Kommentar

Keine großen Sorgen vor Mamdani bitte

Hannes Stein über den neuen Bürgermeister von New York und die Herausforderungen, die der Job für den Israelkritiker mit sich bringt

von Hannes Stein  05.01.2026

Kommentar

Ärzte mit Grenzen

Der NGO »Ärzte ohne Grenzen« ist Propaganda gegen Israel wichtiger als die Hilfeleistung für Gaza

von Wolf J. Reuter  05.01.2026

Washington D.C.

Unterdrückung der Proteste: Trump droht Iran mit Konsequenzen

Während Trump den Druck von außen erhöht, zeichnen Berichte ein Bild wachsender Nervosität an der Spitze der Islamischen Republik

 05.01.2026

Interview

»Plötzlich ist das Gefühl von Sicherheit weg«

In der Nacht auf Sonntag ist Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner Ziel eines Brandanschlags geworden. Mit der Jüdischen Allgemeinen spricht er nun exklusiv über den Angriff – und benennt, was daraus folgen muss

von Mascha Malburg, Philipp Peyman Engel  05.01.2026 Aktualisiert

Templin

Brandanschlag auf Grundstück des Beauftragten gegen Judenhass

Auf dem Grundstück des Antisemitismusbeauftragten von Brandenburg wurde ein Schuppen in Brand gesteckt. Auf seiner Haustür haben die Täter ein rotes Hamas-Dreieck hinterlassen

 05.01.2026 Aktualisiert