Berlin

Jüdische Verbände schließen sich zu internationaler Allianz zusammen

Hintere Reihe von links nach rechts: Michael Wegier, CEO Board of Deputies, Daniel Botmann, Zentralratsgeschäftsführer, Marie-Sarah Seeberger, Direktor Internationale Beziehungen CRIF. Vordere Reihe von links nach rechts: Phil Rosenberg, President Board of Deputies, Dr. Josef Schuster, Zentralratspräsident, Yonathan Arfi, Präsident CRIF Foto: Zentralrat der Juden

Drei jüdische Verbände aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben sich in einem neuen Verband zusammengeschlossen, um jüdische Positionen verstärkt in die internationale Debatte einzubringen. Das Board of Deputies of British Jews, der Conseil Représentatif des Institutions Juives de France (Le Crif) und der Zentralrat der Juden in Deutschland bilden die »JE3«-Allianz, wie der Zentralrat am Montag in Berlin mitteilte. Die neue Gruppierung soll demnach bestehende Dachverbände wie den Jüdischen Weltkongress, den Europäischen Jüdischen Kongress und die Initiative »J7« ergänzen.

»Wir hoffen, dass die ‚JE3‘ zu einer starken Stimme für unsere Gemeinschaften in Fragen wird, die uns gemeinsam am Herzen liegen. Es ist von besonderer Bedeutung, dass wir die neue Gruppierung in Berlin zusammengebracht haben, 80 Jahre nach dem Ende der Schoa«, erklärten die jeweiligen Präsidenten der drei Organisationen, Josef Schuster vom Zentralrat, Phil Rosenberg vom Board of Deputies und Yonathan Arfi von Le Crif.

»Drei blühende Gemeinden«

»Dies ist eine Absichtserklärung unserer drei blühenden Gemeinden, dass wir uns für die Förderung des jüdischen Lebens in unseren jeweiligen Ländern, die Zusammenarbeit im Kampf gegen Antisemitismus und die Verbesserung der bilateralen und multilateralen Beziehungen zwischen unseren Ländern und Israel einsetzen«, hieß es weiter.

Die neue Partnerschaft sei am Rande des »J7«-Treffens vergangene Woche in Berlin vorbereitet worden. Die 2023 gegründete »J7« versteht sich als »Task Force« für den Kampf gegen Antisemitismus.

Mitgliedsorganisationen sind der Zentralrat der Juden in Deutschland, die Anti-Defamation-League (USA), das Board of Deputies of British Jews (Großbritannien), der Conseil Représentatif des Institutions Juives de France (Frankreich), das Centre for Israel and Jewish Affairs (Kanada), die Delegacion de Asociaciones Israelitas Argentinas (Argentinien) sowie der Executive Council of Australian Jewry (Australien).

Replik

Ein starkes Kurdistan kann Israels Partner werden

In der aktuellen Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen äußert sich die Expertin Ofra Bengio skeptisch zur Chance eines kurdisch-israelischen Bündnisses in Nahost. Eine Replik des Bundesvorsitzenden der Kurdischen Gemeinde Deutschland

von Ali Ertan Toprak  07.02.2026

Libanon

Kreise: Hochrangiger Hisbollah-Funktionär tritt zurück

Die Hisbollah im Libanon steht unter Druck: Sie soll sich entmilitarisieren. Nun tritt ein prominenter Funktionär zurück

 07.02.2026

Nahost

Trump: Anfang nächster Woche wieder Gespräche mit Iran

Nach den wiederaufgenommenen Verhandlungen mit dem Iran erhöht der US-Präsident mit einer Zoll-Drohung den Druck auf Teheran. Kurz darauf erzählt er, wie die Gespräche aus seiner Sicht liefen

 07.02.2026

Protest

Tausende demonstrieren in Berlin für Freiheit im Iran

Sie wollen den Menschen im Iran eine Stimme verleihen. Zahlreiche Organisationen und politische Persönlichkeiten versammeln sich am Brandenburger Tor. Etliche bangen um Angehörige in der Heimat

 07.02.2026 Aktualisiert

Extremismus

AfD: Björn Höcke zitiert abermals Nazi-Parole

Der AfD-Politiker Höcke ist wegen einer verbotenen Nazi-Parole bereits verurteilt worden. Jetzt prüft die Polizei einen neuen Vorfall. Doch Abgeordnete stehen unter besonderem Schutz

 06.02.2026

München

Jüdische Gemeinde erhält Drohbrief mit Patrone

Der Staatsschutz der bayerischen Polizei ermittelt

von Imanuel Marcus  06.02.2026

Berlin/Gießen

Nach Rede im Hitler-Stil: AfD will Mitglied rauswerfen

Mit seiner Rede, die an Adolf Hitler erinnerte, sorgte Alexander Eichwald beim AfD-Jugendkongress für Aufregung. Jetzt droht ihm der Parteiausschluss

 06.02.2026

Berlin

Julia Klöckner reist nach Israel

Die Bundestagspräsidentin will sich mit Regierungs- und Oppositionsvertretern austauschen, nach Yad Vashem und zum Nova-Festival-Memorial fahren

 06.02.2026

Kommentar

Strafanzeige als PR-Gag?

Laut und verwegen ist der Genozid-Vorwurf einer Schweizer Gruppierung gegen den Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis. Mit einer Rechtsdebatte hat es aber nichts zu tun

von Nicole Dreyfus  06.02.2026