Interessenvertretung

Jüdische Lehrkräfte gründen eigenen Verband

Die Verbandsgründung ist auch eine Reaktion auf die wachsende Belastung jüdischer Menschen im Bildungs- und Erziehungsbereich Foto: Getty Images

In Köln hat sich der »Verband der jüdischen Lehrkräfte und in Bildung und Erziehung Tätiger in Deutschland« gegründet. Der gemeinnützige Verein wolle jüdische Perspektiven im Bildungswesen stärken und jüdische Fachkräfte in Schule, Bildung und Erziehung bundesweit vernetzen, hieß es am Montag in einer Mitteilung. »Der Verband reagiert auf die wachsende Belastung jüdischer Menschen im Bildungs- und   Erziehungsbereich und auf den Bedarf an einem geschützten Raum für Austausch, fachliche Unterstützung und klare Positionierung gegen Antisemitismus.

«Unterstützung gegen Judenhass

Zu den Zielen des Vereins gehören demnach die Entwicklung und Verbreitung wissenschaftlich fundierter Materialien, die Unterstützung durch Fortbildungen und Fachveranstaltungen sowie die Mitwirkung an bildungspolitischen Debatten. Der Verband soll Schulen, Bildungseinrichtungen, Verlage und Bildungsmedienanbieter beraten und bei antisemitischen Vorfällen Unterstützung leisten. Laut Mitteilung ist es der erste bundesweite Zusammenschluss, der sich gezielt als Interessenvertretung und Anlaufstelle für jüdische Lehrkräfte und pädagogisch Tätige versteht.

»Mit unserem Verband geben wir jüdischen Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften in Deutschland erstmals eine gemeinsame Stimme«, erklärte Gründungs- und Vorstandsmitglied Eduard Steinberg. Man setze sich dafür ein, dass jüdische Perspektiven im Bildungswesen selbstverständlich werden. »Zugleich verstehen wir uns als Ansprechpartner für alle, die Bildung demokratisch, vielfältig und frei von Antisemitismus gestalten wollen.«

Auch Hochschullehrende gründeten Verband

Bereits Ende 2023 gründeten Lehrende an Universitäten und Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz das Netzwerk jüdischer Hochschullehrender. Anlass war der zunehmende Antisemitismus an Hochschulen und Universitäten nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg.

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