Den Haag

Israelische NGO zeigt Spaniens Regierungschef Sánchez an

Beschwerde gegen den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez Castejon beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag: Die israelische NGO »Shurat HaDin - Israel Law Center« wirft dem sozialistischen Politiker und seiner Regierung vor, durch den Export von sogenannten Dual-Use-Gütern an den Iran im Wert von 1,3 Millionen Euro Kriegsverbrechen des dortigen Regimes begünstigt zu haben.

Shurat HaDin hat nun das Gericht ersucht, einer Untersuchung gemäß Artikel 15 des Römischen Statuts zu prüfen. Dieser ermächtigt den Ankläger beim IStGH, Ermittlungen aus eigener Initiative einzuleiten, sofern auf der Grundlage zuverlässiger Informationen möglicherweise schwere Verbrechen begangen wurden. Für ein formales Verfahren ist jedoch die Zustimmung einer Vorverfahrenskammer des IStGH nötig. Im Gegensatz zu Israel ist Spanien Vertragsstaat des Internationalen Strafgerichtshofes.

Der Anzeige zufolge hat die spanische Regierung die Ausfuhr von Teilen an die Islamische Republik genehmigt, die auch für Zünder in Sprengkörpern verwendet werden können. »Bei diesen Materialien handelt es sich nicht um harmlose Industrieprodukte, sondern um kritische Komponenten, die den Betrieb von Sprengkörpern ermöglichen«, erklärte die israelische NGO. Die Lieferung sei zudem zu einem Zeitpunkt erfolgt, als die mögliche Verwendung der Bauteile für Angriffe auf Zivilisten vorhersehbar gewesen sei.

Die Beziehungen zwischen Israel und Spanien haben sich seit dem Oktober 2023 verschlechtert. Zuletzt berief die Linksregierung von Pedro Sánchez die spanische Botschafterin in Tel Aviv ab, ohne einen Nachfolger zu benennen. Immer wieder äußert der sozialistische Ministerpräsident scharfe Kritik an Israel und spricht von einem Genozid in Gaza.

Lesen Sie auch

Shurat HaDin wurde vor mehr als 20 Jahren von Nitsana Darshan-Leitner gegründet. Ihr Anliegen ist es, in erster Linie durch zivilrechtliche Klagen vor ausländischen Gerichten israelischen Opfern von Terrorismus und Gewalt zu helfen. Vergangene Woche verurteilte ein US-Berufungsgericht die Palästinensische Autonomiebehörde und die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO dazu, an die Opfer der Zweiten Intifada insgesamt 656 Million US-Dollar an Entschädigung zu zahlen. Das Verfahren war von Darshan-Leitner angestrengt worden. mth

Döbeln

Jugendliche mit antisemitischen Aufklebern auf frischer Tat gestellt

Der Staatsschutz hat die weiteren Ermittlungen übernommen

 14.09.2026

Berliner Leuchtturmprojekt

Musikalische Stolpersteine jetzt in fünf Bundesländern

Mehrere Tausend in Gehwegen eingelassene »Stolpersteine« halten europaweit die Erinnerung an Verfolgte des Naziregimes wach. Jetzt gibt es auch »Stolperstein«-Podcasts

 14.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit. Für ihren Einsatz gegen Antisemitismus geht der Preis in diesem Jahr an NRW-Ministerin Neubaur

 14.09.2026

Berlin

Ron Prosor warnt vor Hamas-Anschlägen: »Deutschland ist Terrorziel geworden«

Die Bundesrepublik sei für die Terrororganisation nicht mehr lediglich ein Ort des Rückzugs, sagt der israelische Botschafter

 14.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  14.09.2026

Mecklenburg-Vorpommern

Um Merz zu stürzen: Wagenknecht ruft zur taktischen Wahl auf

Eine Woche vor der Landtagswahl sagt die BSW-Gründerin, was sie mit der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erreichen will

 14.09.2026

Berlin

Karin Prien warnt vor AfD: »Meine Mutter hätte Angst«

Die CDU-Politikerin mit jüdischem Familienhintergrund sprach auch von Warnungen ihrer Mutter hinsichtlich des zivilisatorischen Schutzes

 14.09.2026

Berlin/Magdeburg

Operationsplan Deutschland: Reservistenverband will Geheimplan vor AfD schützen

Bislang befindet sich der Plan bei sämtlichen 16 Landesregierungen. Die rechtsextremistische AfD in Sachsen-Anhalt soll ihn nicht bekommen

 14.09.2026

Medien

Studie wirft »New York Times« einseitige Gaza-Berichterstattung vor

Israel als »einziger Aggressor« und Palästinenser als »passive Opfer«: Diese Sichtweise ließ die Zeitung erkennen, so der Autor der Studie

 14.09.2026