EILMELDUNG! Medienbericht: Iran soll Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck geplant haben

München

»Ich bleibe die jüdische Stimme«

Marian Offman Foto: pr

Herr Offman, vor einer Woche sind Sie in die SPD eingetreten. Ist so ein Schritt nicht etwas aus der Zeit gefallen?
Für mich als Sozialpolitiker kam gar keine andere Partei infrage. Ich kenne ja die schlechten Umfragewerte der SPD im Bund.Aber zum einen sieht es in München besser aus, und zum anderen will ich ja auch mithelfen, die SPD wieder stark zu machen.

Sie galten als das jüdische Gesicht der CSU. Fehlt dort nun das Judentum?
Das muss die CSU selbst beantworten.

Und was war mit anderen Parteien: Grüne, FDP, Bayernpartei?
Für mich war klar, dass es die SPD ist. In der war ich schon einmal als Student.

Teils wurde der Eindruck erweckt, Sie seien beleidigt gewesen, weil die CSU Sie nicht mehr aufgestellt hat. Stimmt das?
Den Ausdruck »beleidigt« habe ich nirgends gelesen, der wäre auch falsch. Aber enttäuscht war ich schon. Wenn man nach 18 Jahren erfolgreicher Arbeit als Stadtrat merkt, dass es Intrigen gibt und die Parteispitze sich nicht für einen einsetzt, da kann man schon enttäuscht sein.

Wie lassen sich aus Ihrer Sicht Ihre Erfolge beschreiben?
Ich bin konsequent gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus aufgestanden. Als die AfD anfing, gab es ja auch in der CSU Stimmen, dass man mit denen zusammengehen könne. Das ist derzeit vom Tisch. Mir wurde auch von Münchner IKG-Mitgliedern gesagt, wie wichtig es ist, dass sich gerade ein jüdischer Stadtrat dieser Themen annimmt. Es ist wichtig, dass man als Jude Gesicht zeigt.

Sie waren ja in der Münchner CSU nicht nur das jüdische, sondern auch das soziale Gewissen. Ist Ihr Übertritt auch Symptom für einen Rechtsruck Ihrer alten Partei?
Junge Leute, die heute in der CSU stärker vertreten sind, stehen schon weiter rechts, als meine Generation das tut. Aber das ist leider eine beklagenswerte Entwicklung in Europa, im Grunde weltweit.

Derzeit sind Sie ja einfaches Mitglied des Münchner Stadtrats und der SPD-Frak-tion. Können Sie da etwas bewirken?
Mein Übertritt war in der Tat mit einigen Risiken behaftet, und um in einem Ausschuss Mitglied zu werden, muss natürlich ein anderer SPD-Stadtrat erst einmal Platz machen. Das ist nicht leicht. Aber zunächst bin ich immerhin Mitglied im Sozialausschuss geworden. Ich werde also die jüdische Stimme im Münchner Stadtrat bleiben.

Wird die SPD Sie für die nächsten Wahlen auf einem sicheren Platz nominieren?
Das liegt bei den Gremien, aber der Zuspruch, den ich gerade vergangene Woche erlebt habe, ist enorm. Auf der Straße wünschen mir die Menschen Glück, und ich habe über 150 E-Mails und WhatsApp-Nachrichten mit guten Wünschen bekommen.

Mit dem früheren Münchner Sozialstadtrat sprach Martin Krauss.

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Würdigung

»Wo andere laut schweigen, lässt sie sich nicht unterkriegen«

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigt in seiner Laudatio auf die Jüdische Allgemeine die Verdienste der Redaktion - und ihren Mut

von Abraham Lehrer  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026