Friedrich Merz

»Ich bin entsetzt über die Bilder von Evyatar David und Rom Braslavski«

Bundeskanzler Friedrich Merz Foto: picture alliance/dpa

Die Bilder der ausgemergelten Hamas-Geiseln Evyatar David und Rom Braslavski erschütterten die Öffentlichkeit. Auch den Bundeskanzler ließen sie nicht unberührt. »Ich bin entsetzt über die Bilder von Evyatar David und Rom Braslavski. Die Hamas quält die Geiseln, terrorisiert Israel und benutzt die eigene Bevölkerung im Gazastreifen als Schutzschild«, sagte Friedrich Merz (CDU) der »Bild«.

Am Wochenende veröffentlichte die Hamas ein Video von Evyatar David, der ausgemergelt in einem Tunnel der Terrororganisation steht und von den Terroristen gezwungen wird, sein eigenes Grab zu schaufeln. Er werde von Tag zu Tag schwächer, und er glaube, dass dies seine Grabstätte sein werde, sagt der 24-Jährige. Seine Angehörigen stimmten der Verbreitung der Aufnahmen zu. Die Hamas hatte den Israeli während des Massakers auf dem Nova-Festival am 7. Oktober 2023 entführt.

Wenige Tage vor der Veröffentlichung des Videos hatten Terroristen des Islamischen Dschihad einen Clip von Rom Braslavski verbreitet. Die Familie des 21-Jährigen stimmte zu, dass ein Screenshot daraus veröffentlicht werden darf. Er zeigt, wie Braslavski eine Träne über das abgemagerte Gesicht läuft. Der junge Israeli besitzt auch die deutsche Staatsangehörigkeit, so wie sechs weitere Geiseln, die noch immer in der Gewalt der Terroristen sind.

Merz fordert Freilassung aller Geiseln als Voraussetzung für Waffenstillstand

Angesichts der Bilder »führt zunächst kein Weg an einem verhandelten Waffenstillstand vorbei«, so Kanzler Merz. »Die Freilassung aller Geiseln ist dafür zwingende Voraussetzung. Israel wird den Zynismus der Hamas nicht erwidern und muss weiter humanitäre Hilfe leisten.« Die Hamas dürfe keine Rolle in der Zukunft Gazas spielen.

Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass die Palästinensische Autonomiebehörde Regierungsverantwortung im Gazastreifen übernimmt. Doch ein Ende des Krieges ist noch nicht in Sicht. Die Hamas erklärte erst am Sonntag, so lange zu kämpfen, bis ein souveräner Staat Palästina gegründet worden sei.

Lesen Sie auch

Die neue Forderung der Terroristen scheint eine Reaktion auf die Äußerungen des US-Sondergesandten Steve Witkoff zu sein. Der hatte erklärt, die USA würden nun nur noch über umfassende Lösungen für den Krieg im Gazastreifen verhandeln. Teilabkommen, wie die vergangenen Geisel-Deals, strebe man nicht mehr an. Doch ob die Terroristen ihre Forderung ernst meinen, oder ob es sich um einen Propaganda-Trick handelt, ist unklar. Realistisch ist die Forderung nach einem Staat Palästina jedoch nicht. Die israelische Regierung betrachtet eine Anerkennung Palästinas nach den Massakern vom 7. Oktober 2023 – dem größten Mord an Juden seit der Schoa – als Belohnung für den Terror, wie sie immer wieder betont.

2017 hatte die Hamas bereits erklärt, einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 anzuerkennen. Das Existenzrecht Israels erkennen die Islamisten bis heute nicht an. ja

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« reagiert auf Rüge des Deutschen Presserats

19 Rügen verteilt der Presserat an die deutsche Medienlandschaft. Eine davon geht an die »Jüdische Allgemeine« - wegen angeblicher gravierender Ehrverletzung eines in Gaza getöteten Journalisten

 23.03.2026

Gedenken

Zwei Buchenwald-Verbände gegen Auftritt von Wolfram Weimer

In der Gedenkstätte Buchenwald wird am 12. April an die Befreiung des Konzentrationslagers erinnert. Geplant ist ein Grußwort von Kulturstaatsminister Weimer. Zwei Verbände haben damit ein Problem

 23.03.2026

Krieg

Merz begrüßt vorläufigen Verzicht auf US-Kraftwerksangriffe im Iran

US-Präsident Donald Trump nimmt scharfe Drohungen gegen den Iran vorerst vom Tisch. Die Bundesregierung begrüßt das und bietet Mithilfe bei anderen Bemühungen an

 23.03.2026

Nahost

G7 verurteilen iranische Angriffe scharf und warnen vor Eskalation

In einer gemeinsamen Erklärung der G7-Außenminister ist von »nicht zu rechtfertigenden Angriffen« und einer Gefahr für die Stabilität die Rede

 23.03.2026

Schutz jüdischer Studenten

Klage von Lahav Shapira gegen FU Berlin abgewiesen

Der Gaza-Krieg sorgt auch an Berliner Hochschulen regelmäßig zu Protesten. Ein jüdischer Student fühlt sich nicht mehr sicher und zieht vor Gericht. Was sagen die Richter?

 23.03.2026

Berlin

Außenministerium stellt sich hinter Botschafter Seibert

Israels Außenminister kritisiert den deutschen Botschafter wegen Aussagen zur Siedlergewalt. Außenminister Wadephul telefoniert mit seinem Kollegen - und wiederholt die Kritik

 23.03.2026

Teheran

Können iranische Raketen nun Europa erreichen?

Nach dem Raketenangriff auf einen Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia rückt auch Europa in den potenziellen Zielkorridor iranischer Raketen. Muss man sich in Berlin nun Sorgen machen?

von Arne Bänsch  23.03.2026

Griechenland

US-Flugzeugträger legt für Reparaturen auf Kreta an

Brand in der Bordwäscherei, Probleme mit Toiletten: Die »USS Gerald R. Ford« macht auf Kreta Halt. Ermittler der US-Marine gehen der Ursache des Feuers nach

 23.03.2026

Nahost

Iran dementiert Verhandlungen mit den USA

US-Präsident Donald verschiebt ein Ultimatum und verweist auf »produktive Gespräche« mit dem Iran. Aus Teheran kommt ein Dementi

 23.03.2026