EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Schweden

»Hitler war ein schöner Name«

Die Meldung klang erschreckend: Auf dem offiziellen Twitter-Account des Königreichs Schweden hatte sich anscheinend eine Antisemitin eingenistet. Unter »@Sweden« darf nämlich unter dem Motto »der demokratischste Twitter-Account der Welt« jede Woche ein anderer Einwohner des skandinavischen Staates posten, um die Welt über das Leben im hohen Norden zu informieren.

Was dann jedoch die Userin »@hejsonja« jüngst twitterte, sorgte für Empörung: »In Nazideutschland mussten Juden Sterne an ihre Kleider nähen – wenn sie es nicht getan hätten, hätte man nicht gewusst, wer ein Jude ist und wer nicht.« Weiter schrieb die 27-Jährige: »Was ist das eigentlich immer für eine Aufregung über Juden? Man kann doch nicht sehen, ob eine Person jüdisch ist, außer, man sieht ihre Penisse, und selbst dann kann man nicht sicher sein.« Dann hieß es, vor dem Zweiten Weltkrieg sei Hitler »einer der schönsten Namen in der ganzen weiten Welt« gewesen.

Freizeit Lena Posner-Körösi, Vorsitzende des Zentralrats der schwedischen Juden, erklärte, »HejSonja« sei keine Repräsentantin Schwedens und forderte für den Twitter-Account »einen Qualitäts-Check«. Viel wurde bei »HejSonja« wohl nicht gecheckt. Dass sie eine junge Mutter von zwei Kindern sei, die ihre Freizeit leidenschaftlich gern im Internet verbringe, wie sie sagte, stimmt nicht: In Wirklichkeit heißt sie Sonja Abrahamson und ist unter ihrem richtigen Namen in Schweden als Medienprofi bekannt: Sie ist oft im Fernsehen zu sehen, auf der Nachrichtenseite www.nyheter24.se betreibt sie seit Februar 2011 einen vielgelesenen Blog.

Abrahamsons Erfolgsrezept ist einfach: Sie provoziert, indem sie einen bewusst naiv-mädchenhaften Stil pflegt, gepaart mit finsterem Humor und nicht immer gleich erkennbarem Spiel mit gängigen Vorurteilen. Angst vor feindseligen Reaktionen hat sie dabei nicht: Am Tag nach ihren Tweets über Juden stellte sie im gleichen Stil Fragen über Justin Bieber, die die weltweite Fan-Community des Popstars auf die Palme brachte.

Doch nach zynischen Tweets folgten kleine Geschichten aus ihrem Alltag oder Antworten auf Fragen über Schweden. Und zwischendurch forderte sie ihre Leser auf, nicht auf Hasspropaganda hereinzufallen. Um dann doch wieder zu provozieren: »Heute hatten wir Uterus zum Mittagessen, bin nicht sicher, welche Sorte Uterus, es war eine Internetbestellung.«

Sonja Abrahamsons Internetauftritte haben ein dänisches Vorbild: »Bitterfissen Bethany« (Fissen ist ein vulgärer Ausdruck für Vagina), die durch das Spiel mit Naivität und Provokation mittlerweile zur gefeierten Buchautorin wurde. Das Kalkül der Werbeagentur, die im Auftrag des staatlichen Tourismusbüros hinter der Schweden-Kampagne steckt, ist mit Abrahamsons Twitter-Auftritt jedenfalls aufgegangen. Sie sorgte mit nur wenigen Tweets für weltweite Schlagzeilen.

Berlin

Polizei: Aufrufe zu Gewalt verfangen derzeit nicht

Bundesweite Aufrufe zum Protesttag an Halloween: Nach gewaltsamen Demonstrationen in Frankreich stellt sich die Berliner Polizei auf einen Großeinsatz ein. Hinweise auf Plünderungspläne gibt es nicht

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026

Magdeburg

CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben

Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der Verdacht im Raum, Stimmen könnten aus der CDU gekommen sein. Wie die Fraktion damit umgeht

 28.10.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026