Jesiden

Hilfe und Schutz gefordert

Nadia Murad, Überlebende des Genozids an den Jesidinnen und Nobelpreisträgerin 2018 Foto: imago/UPI Photo

Jesiden

Hilfe und Schutz gefordert

»Dieser Genozid darf nicht einfach vergessen werden«

 03.08.2020 09:10 Uhr

Anlässlich des sechsten Jahrestag des Genozids an den Jesiden im Irak rufen Menschenrechtler und Politiker zu mehr Schutz für Angehörige der Glaubensgemeinschaft auf. »Dieser Genozid darf nicht einfach vergessen werden«, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag).

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Besonders wichtig sei es, den nach Entführungen und Vergewaltigungen oft schwer traumatisierten Frauen zu helfen. Zudem müsse daran gearbeitet werden, den Jesiden die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen. Dazu wolle Deutschland beitragen.

»Wir müssen das ganze Ausmaß der Verbrechen ans Licht bringen, um die Strafverfolgung und Aufarbeitung zu ermöglichen«, sagte der Minister weiter. Den Jesiden sei unermessliches Leid zugefügt worden.

CAMPS Mädchen und Frauen seien vergewaltigt, versklavt und mit Terroristen der Miliz »Islamischer Staat« zwangsverheiratet worden. 360.000 Jesiden seien aus ihrer Heimat vertrieben worden. Ein Drittel der jesidischen Bevölkerung lebe bis heute in Camps im Nordirak als Binnenvertriebene.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Terrorgruppe »Islamischer Staat« (IS) hatte 2014 begonnen, Jesiden systematisch zu verfolgen und zu töten. Viele Frauen wurden verschleppt und versklavt. Als Gedenktag für den Beginn des Genozids gilt der 3. August.

Aktuell wäre eine Rückkehr der Jesiden in die Region Sinjar gefährlich, warnte die Minderheiten-Referentin der Gesellschaft für bedrohte Völker, Lina Stotz. Im Juni habe die Türkei Luftangriffe auf die Region geflogen und dabei auch zivile Ziele wie Flüchtlingslager angegriffen.

BOMBARDIERUNG »Die Bombardierung von Genozid-Überlebenden gefährdet nicht nur diese: Sie stärkt auch den IS, der in der Region weiterhin aktiv ist«, erklärte die Menschenrechtlerin. Die irakische Regierung sowie die internationale Gemeinschaft müssten dringend für Sicherheit und Wiederaufbau sorgen.

Weiterhin befinden sich laut Stotz bis zu 3000 jesidische Frauen und Mädchen in IS-Gefangenschaft. Dazu kämen vermutlich Hunderte Kinder, die in Vergewaltigung gezeugt wurden. Diese Frauen und Kinder brauchten dringend Hilfe. Auch hier sei die internationale Gemeinschaft in der Pflicht.

Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel, erinnerte ebenfalls an das Schicksal der vermissten jesidischen Frauen und Mädchen. »Auch wenn jesidische Familien aus den Flüchtlingslagern in ihre Heimat zurückkehren; die Voraussetzungen für ihre sichere Bleibe müssen erst geschaffen werden«, sagte er.

DÖRFER Viele Dörfer seien zerstört, Gebiete vermint. Die »psychischen Wunden von grausamer Verschleppung, Versklavung und dem Verlust von Familienangehörigen« blieben.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die entwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Helin Evrim Sommer, sagte, der wissenschaftliche Dienst des Parlaments habe die jüngsten türkischen Angriffe im Nordirak als völkerrechtswidrig eingestuft.

Die Bundesregierung dürfe nicht weiter »den unbeteiligten Statisten spielen«, während der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan »einen Flächenbrand anzettelt und religiöse und ethnische Minderheiten wie die Jesiden terrorisiert«. kna

Frankfurt am Main

Aufruf zu Großdemonstration gegen Judenhass

Anlass des Aufrufs ist eine kürzlich in Frankfurt abgehaltene israelfeindliche Demo, auf der der palästinensische Terror verherrlicht wurde

 31.07.2026

Berlin

Wadephul begrüßt angekündigte Hamas-Entwaffnung

Im Gaza-Konflikt gibt es angeblich eine Einigung: Die Hamas soll ihre Waffen abgeben, Israel seine Truppen aus dem Küstenstreifen abziehen. Die Bundesregierung sendet positive Signale

 31.07.2026

Gaza

Islamischer Dschihad bestreitet Entwaffnungs-Einigung

US-Präsident Donald Trump verkündet eine Einigung auf eine vollständige Entwaffnung der Hamas. Eine andere palästinensische Terrororganisation bezeichnet Berichte darüber als unzutreffend

 31.07.2026

Berlin/Tel Aviv

Constantin Schreiber verlässt Axel Springer

Der frühere »Tagesschau«-Sprecher Constantin Schreiber berichtete seit September 2025 für die Publikationen von Axel Springer aus Tel Aviv. Zum Ende des Jahres verlässt er das Unternehmen

 31.07.2026

New York

NGO fordert Amtsenthebung von Bürgermeister Mamdani

Die Organisation »End Jew Hatred« macht dem New Yorker Bürgermeister in einer Petition schwere Vorwürfe, darunter seine Drohungen gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu

 31.07.2026

Washington D.C./Gaza

Trump verkündet Einigung über nächste Gaza-Phase – Hamas soll Entwaffnung akzeptiert haben

Der amerikanische Präsident sieht einen »gewaltigen Schritt hin zu dauerhaftem Frieden und Sicherheit«

 31.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kommentar

Die Hinrichtungen gehen weiter

Nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar setzt das Regime die Exekutionen vor den Augen der Welt fort

von Nila Mozafari  30.07.2026

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026