Brandenburg

Goebbels-Villa könnte Zentrum gegen Extremismus werden

Das ehemalige Landhaus von Goebbels bei Wandlitz in Brandenburg Foto: picture alliance / Caro

Eine internationale Organisation gegen Extremismus will die ehemalige Goebbels-Villa am Bogensee nördlich von Berlin zu einem Zentrum gegen Antisemitismus und Hass im Internet entwickeln. Das Counter Extremism Project (CEP) wolle dort ein weiteres Standbein aufbauen und habe sich mit der Idee an die Berliner Immobilienmanagement GmbH gewandt, sagte CEP-Geschäftsführer Hans-Jakob Schindler der Deutschen Presse-Agentur.

Noch ist aber unklar, wie es auf dem historischen Areal in der Gemeinde Wandlitz weitergeht und ob ein solches Vorhaben umgesetzt werden kann. Seit langem wird über die Zukunft des Geländes am Bogensee mit der früheren Villa von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels diskutiert. Zu DDR-Zeiten gab es dort auch die ehemalige Hochschule der Freien Deutschen Jugend (FDJ).

Bundeswehr prüft Areal

Eigentümer des Areals, das seit dem Jahr 2000 ungenutzt ist und verfällt, ist das Land Berlin. Im vergangenen Sommer hieß es von der Berliner Finanzverwaltung, bei der Suche nach einer möglichen neuen Nutzung will das Land Berlin 13 Bewerber näher prüfen. Vor wenigen Monaten wurde auch bekannt, dass die Bundeswehr das Areal als möglichen Standort prüft.

Die gemeinnützige, transatlantische Organisation CEP, die ihren Hauptsitz in New York hat, will sich allein auf das ehemalige, denkmalgeschützte Goebbels-Landhaus konzentrieren. »Die können wir ohne Probleme renovieren«, meinte Geschäftsführer Schindler. Unterstützt werde das Vorhaben vom Architekten Daniel Libeskind, der nach CEP-Angaben bereit sei, einen Umbau zu begleiten.

Lesen Sie auch

Ein Konzept sei vor mehr als einem Jahr bei der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) eingereicht worden, so Schindler. Ziel sei es zunächst, ein gemeinsames »Memorandum of Understanding« (deutsch: Absichtserklärung) zu unterzeichnen, meinte Schindler. Das Land Berlin oder die BIM äußerten sich bis zum Dienstagnachmittag auf Anfrage zunächst nicht zu den Plänen.

Villa von Auschwitz-Kommandanten gekauft

Die Organisation hat bereits die ehemalige Villa des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß direkt neben dem früheren deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager in Südpolen gekauft. Es wurde zu einem Forschungs- und Bildungszentrum im Kampf gegen Antisemitismus und Extremismus umgewandelt (Auschwitz Research Center on Hate, Extremism and Radicalization (ARCHER)). »Wir nehmen Immobilien der Täter und nutzen sie für das Gegenteil«, sagte Geschäftsführer Schindler.

Die Sanierungskosten der einstigen Goebbels-Villa in Wandlitz werden nach seinen Angaben auf eine niedrige einstellige Millionensumme geschätzt. Schwerpunkte der Arbeit könnten Propaganda und Radikalisierung in sozialen Medien sein. Auch der Beauftragte gegen Antisemitismus in Brandenburg, Andreas Büttner, befürwortet ein solches Projekt.

CEP finanziert sich nach eigenen Angaben überwiegend aus privaten Spenden aus den USA und Europa sowie aus projektbezogenen Fördermitteln. Die internationale Organisation hat eine deutsche Vertretung in Berlin. dpa

Berlin

Antisemitischer Angriff auf 43-jährige Frau

Einer der Täter verletzte die Frau, die einen Davidstern trug, mit einer zerbrochenen Glasflasche

 14.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  13.09.2026

Offener Brief

Javier Bardem und ich

Ich habe dich als neugierig, warmherzig, offen für den Menschen vor dir kennengelernt. Wenn du über Israel sprichst, erkenne ich dich nicht wieder - und sehe nur noch blindwütigen Hass

von Gabriella Meros  13.09.2026

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  13.09.2026 Aktualisiert

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Berlin

Juden im Visier? Mutmaßliche Hamas-Leute in Berlin angeklagt

Sturmgewehr, Pistolen, Munition: Mutmaßliche Mitglieder der Hamas sollen von Deutschland aus Waffen für Anschläge der Terrorvereinigung besorgt haben. Die Bundesanwaltschaft zieht erneut vor Gericht

 11.09.2026 Aktualisiert

Meinung

Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

von Igor Matviyets  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026