Berlin

Giffey sagt umstrittene Medaillen-Vergabe ab

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey Foto: picture alliance/dpa

Im September soll in Berlin die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay mit der Otto-Hahn-Friedensmedaille für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden. Das sorgt für Kritik, denn die ehemalige Richterin des Internationalen Strafgerichtshofs sowie ehemalige Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte empörte in der Vergangenheit wiederholt mit antiisraelischen sowie antisemitischen Aussagen. Nun sagte auch Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey ihre Teilnahme an der Verleihung im Roten Rathaus ab.

Via Twitter erklärte Giffeys Senatskanzlei: »Eine Preisverleihung dieser Art im Roten Rathaus, dem Rathaus aller Berlinerinnen und Berliner, setzt eine breite Zustimmung der Stadtgesellschaft voraus. Diese ist für diese Veranstaltung nicht gegeben.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Dass Giffey überhaupt vorhatte, Frau Pillay im Roten Rathaus zu würdigen, kann Volker Beck, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, nicht nachvollziehen. Gegenüber BILD sagte er: »Hat ihr Büro nicht recherchiert, wer Frau Pillay ist, oder will sie allen Ernstes das Signal setzen, dass Berlin hinter der Israel-Delegitimierungs-Politik des UN-Menschenrechtsrates steht?« Dass Giffey ihre Teilnahme nun absagte, begrüßt Beck.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Empört zeigte sich auch Anna Staroselski, Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands (JSUD): »Es scheint, als würde die Regierende Bürgermeisterin Berlins verkennen, dass mit der Verleihung der Otto-Hahn Friedensmedaille an Frau Dr. Navanethem Pillay im Roten Rathaus israelbezogener Antisemitismus nicht nur legitimiert, sondern auch noch geehrt wird.« Giffeys Absage kommentierte sie mit: »Ich bin froh zu sehen, dass Antisemitismus seitens der Regierung nicht geduldet und schon gar nicht auszeichnet wird.«

KRITIK In der Vergangenheit hatte Pillay Sanktionen gegen Israel gefordert und die vom Bundestag als antisemitisch eingestufte BDS-Bewegung unterstützt. Diese fordert den Boykott von israelischen Unternehmen, Wissenschaftlern und Künstlern. Auch geriet die Juristin in die Kritik, als sie eine UN-Kommission leitete, die eine israelische Militäroperation gegen palästinensische Terroristen im Gazastreifen untersuchen sollte.

Laut UN-Regeln müssen Kommissare unparteiisch sein. Pillay hingegen sei das Gegenteil davon, so die Nichtregierungsorganisation UN-Watch, die dafür zuständig ist, die Aktivitäten und Beschlüsse der Vereinten Nationen kritisch zu untersuchen.

UN-Watch: Bei Pillay lässt sich »eine nachweisliche Voreingenommenheit gegen Israel erkennen«.

UN-Watch stellte im Feburar 2022 einen Befangenheitsantrag gegen die Juristin. Darin heißt es unter anderem, dass sich bei Pillay »eine nachweisliche Voreingenommenheit gegen Israel erkennen lasse.« Sie könne Israel zudem nicht unparteiisch wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen untersuchen, wenn sie nur eine »lange Liste einseitiger Erklärungen vorweist«.

Ihre Haltung, wie sie in puncto Israel deutlich wurde, zeigte sich zudem bei keinem anderen Staat, »nicht einmal gegen Serienrechtsverletzer wie China, Russland, Iran, Syrien oder Nordkorea«, betont UN-Watch. Die NGO erklärte außerdem: »Bei wiederholten Gelegenheiten hat Pillay Israel öffentlich beschuldigt, ein Apartheidstaat zu sein.« ja

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Wahl in Berlin

Zentralrat der Juden warnt vor Regierungsbeteiligung der Linken

Präsident Josef Schuster hat sich trotz des Wahlsiegs der Partei Die Linke in Berlin dagegen ausgesprochen, diese mit Regierungsverantwortung zu betrauen

 20.09.2026

Landtagswahlen

Merz: CDU-Ergebnis in MV »ein Desaster«

Die CDU muss bei den Wahlen zu den Landesparlamenten in der Hauptstadt und im Nordosten Verluste einstecken. Der Kanzler und Parteivorsitzende äußert sich gleich kurz nach Schließung der Wahllokale

 20.09.2026

Landtagswahl

Hochrechnungen: Linke bei Berlin-Wahl klar vor CDU

In den Umfragen lagen Linke und CDU zuletzt in etwa gleichauf. Nach den ersten Zahlen deutet sich ein deutlicher Gewinner an

 20.09.2026 Aktualisiert

Landtagswahl

Hochrechnungen: AfD knapp vor SPD in MV - CDU zittert

In Mecklenburg-Vorpommern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit ihrer SPD in den vergangenen Wochen eine Aufholjagd hingelegt. Nach ersten Zahlen verfehlt ihre Partei dennoch Platz eins

 20.09.2026 Aktualisiert

Nahost

Regierungstruppen im Jemen erobern Gebiete von Huthi zurück

Nach der Blitzoffensive der Huthi laufen die Gefechte im jemenitischen Gebirge weiter. Einen strategischen Erfolg kann aber keine der Konfliktparteien erreichen

 20.09.2026

Sachsen-Anhalt

Halle: Gemeindevorsitzender hat keine Angst vor AfD-Regierung

Max Privorozki kritisiert in einem aktuellen Interview das Geschichtsbild der AfD in Sachsen-Anhalt. Er wolle jedoch abwarten, »was die Partei tatsächlich umsetzen würde«

 20.09.2026

Kommentar

Wo ist mein Berlin, in dem es keinen Hass auf Juden mehr geben sollte?

Unsere Gastautorin Dorothea Schupelius warnt vor der unheiligen Allianz der Linkspartei mit radikalen Muslimen - und vermisst das Berlin, in dem sie aufgewachsen ist

von Dorothea Schupelius  20.09.2026

Nahost

Bedroht der Huthi-Vormarsch im Jemen den Welthandel?

Die Huthi-Miliz bringt im Jemen die Einfahrt zum Roten Meer unter ihre Kontrolle. Bisher scheint sich die Lage für die Schifffahrt nicht zuzuspitzen

 20.09.2026