Washington D.C.

Friedrich Merz: Viele offene Fragen zur Zukunft des Iran nach Krieg

US-Präsident Donald Trump empfängt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Weißen Haus. Foto: picture alliance/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz vermisst nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump Antworten darauf, wie es nach dem Krieg im Iran weitergehen soll. Viele Fragen seien nach einem »sehr offenen« Gespräch im Weißen Haus offen geblieben, sagte der CDU-Politiker im ZDF-»heute-journal«: »Was ist eigentlich eure Strategie für den Tag danach? Gibt es eine Vorstellung davon, wie dieses Land danach regiert wird?« Merz habe eine »relativ große Unsicherheit« bemerkt.

Der Kanzler sagte, man habe über die Frage gesprochen, auf welcher Grundlage die Intervention habe stattfinden können. Seit Jahrzehnten werde versucht, mit dem Iran zu verhandeln. »Es hat ja keinen Mangel an Diplomatie gegeben. Aber es hat einen Mangel an Kooperationsbereitschaft des Iran gegeben und die Entwicklungen hin zur Atomwaffe sind sehr weit vorangeschritten gewesen und irgendwann muss man dann auch mal Stopp sagen.«

Am Dienstag hatte Trump den Bundeskanzler zum zweiten Mal seit dessen Amtsantritt zu einem bilateralen Gespräch im Weißen Haus empfangen.

Lesen Sie auch

Deutschland ist nach Angaben von Bundeskanzler Friedrich Merz bisher weder von den USA noch von Israel um eine militärische Unterstützung der Angriffe gegen den Iran gebeten worden. »Es gibt definitiv keine Wünsche weder der Amerikaner noch der Israelis zum jetzigen Zeitpunkt an uns«, sagte Merz nach seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington.

Er habe Trump in dem Gespräch im Weißen Haus auch die Verfassungslage in Deutschland erläutert, nach der Bundeswehreinsätze nur zur Landes- oder Bündnisverteidigung oder aber »in Systemen kollektiver Sicherheit« erlaubt seien. »Und das bedarf eines Beschlusses des Deutschen Bundestags. Und das steht hier im Augenblick überhaupt nicht zur Debatte.«

Diese verfassungsrechtliche Erläuterung habe nur etwa zwei Minuten des Gesprächs eingenommen und damit keine größere Rolle gespielt, betonte Merz. Ein System kollektiver Sicherheit ist etwa die Nato. Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan war beispielsweise eine Nato-Mission im Rahmen eines Systems kollektiver Sicherheit, der regelmäßig vom Bundestag verlängert werden musste.

Merz hatte schon vor seiner USA-Reise erklärt, dass sich Deutschland nicht militärisch an den Angriffen beteiligen werde. Die in der Region stationierten Soldaten dürfen militärische Gewalt lediglich zur Selbstverteidigung bei Angriffen auf die Militärbasen einsetzen. dpa/ja

Beirut

Israel: Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gutachten missverstanden: Bundestagsdienst bewertet Iran-Angriffe nicht abschließend

Laut Medienberichten hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages den Iran-Krieg als völkerrechtswidrig eingeordnet. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« widerspricht in einer Analyse dieser Darstellung nun

 01.04.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Filmtage: Kino kündigt Kooperation, Organisatoren üben scharfe Kritik

Die Jüdische Gemeinde sieht »faktisch eine Kapitulation vor antisemitischem Druck«, während die Astor Film Lounge ihre Entscheidung verteidigt

von Imanuel Marcus  01.04.2026

Dresden/Leipzig

Hitlergruß: Urteil gegen Melanie Müller ist rechtskräftig

Das Urteil gegen die Schlagersängerin wegen des Zeigens des Nazigrußes ist rechtskräftig. Warum sie die Revision zurückzieht und was das für sie bedeutet

 01.04.2026

Pessach

Preis der Freiheit

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung entstehen nicht von allein. Sie müssen erstritten, manchmal sogar erkämpft werden

von Josef Schuster  01.04.2026

Berlin

»Arrogante Belehrungen«: Israelische Botschaft kritisiert Castellucci scharf

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung übt Kritik an der Jerusalemer Regierung für die Ausweitung der Todesstrafe. Die israelische Botschaft spricht von Doppelmoral

 01.04.2026 Aktualisiert

Buenos Aires

Argentinien stuft Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Präsident Javier Milei begründete den Schritt unter anderem mit dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA im Jahr 1994, bei dem 85 Menschen ermordet wurden

 01.04.2026

Ottawa

PFLP-Ableger: Kanada löst Samidoun auf

Der Schritt erfolgt wegen »Nichteinhaltung« gesetzlicher Vorgaben. In Kanada war die Gruppe zuvor als Terrororganisation eingestuft worden

 01.04.2026

Washington D.C.

Trump stellt baldiges Kriegsende in Aussicht

»Ob wir ein Abkommen haben oder nicht, ist jetzt irrelevant«, sagt der amerikanische Präsident

 01.04.2026