Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sieht in der geplanten Aktion »Kufiyas in Buchenwald« einen »skandalösen Angriff auf die deutsche Erinnerungskultur«. Mit dieser Provokation würden die Würde des Ortes verletzt und das stille Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen diskreditiert, sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).
Rund um die Feiern zum 81. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers in der Nähe von Weimar am 11. April plant die Kampagne »Kufiyas in Buchenwald« angesichts des Nahost-Konflikts eigene Veranstaltungen gegen die »Kriminalisierung palästinensischer Symbole« an der Gedenkstätte. Vorgesehen sind unter anderem ein Rundgang durch das ehemalige Lager, eine Podiumsdiskussion sowie eine Mahnwache.
»Respektlose Selbstinszenierung«
Er sehe darin »eine respektlose Selbstinszenierung und den perfiden Versuch, die Ermordung von über 11.000 Jüdinnen und Juden im KZ Buchenwald anhand des israelischen Vorgehens im jüngsten Gaza-Krieg zu relativieren«, sagte Klein. Dahinter stecke die Absicht, die Singularität der Schoah infrage zu stellen und stattdessen als einen Zivilisationsbruch unter vielen zu definieren.
Der Name »Kufiyas in Buchenwald« bezieht sich auf das traditionelle arabische Kopftuch, das auch als Palästinensertuch bekannt ist. Das Tragen des Tuches wird bisweilen instrumentalisiert, um offen Israelhass und Antisemitismus zu zeigen. Die KZ-Gedenkstätte hat das Tragen des Tuches auf dem Gelände deshalb untersagt. epd