Attacke

»Feiger Angriff«

Foto: JG Oldenburg

Attacke

»Feiger Angriff«

Die jüdische Gemeinde in Oldenburg ist Opfer eines Brandanschlags geworden. Ein Hausmeister-Team konnte Schlimmeres verhindern. Niedersachsens Kultusministerin verurteilt die Tat

 05.04.2024 19:10 Uhr

Unbekannte haben einen Brandsatz auf eine Tür der Oldenburger Synagoge geworfen. Bei dem Anschlag am Freitagmittag sei niemand verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Weitere Angaben - etwa zu den Hintergründen der Tat und dem Sicherheitskonzept - machten die Ermittler zunächst nicht.

Ein Hausmeister-Team eines benachbarten Kulturzentrums habe das Feuer entdeckt und die Flammen gelöscht. Eine Tür sei beschädigt worden. Die Polizei fahnde mit einem Großaufgebot nach den Tätern, auch der Staatsschutz ermittle.

Politikerinnen und Kirchenvertreter verurteilten die Tat und zeigten sich entsetzt. Das Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Oldenburg rief zu einer spontanen Mahnwache am Abend vor der Synagoge auf.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) forderte eine schnelle und konsequente Aufklärung der Tat. »Die Sicherheitsbehörden werden alles dafür tun, den oder die Täter zu ermitteln. Der Rechtsstaat wird hier klare Kante zeigen«, sagte Behrens am Freitagabend. »Auch wenn die Hintergründe der Tat noch unklar sind, sie macht mich sehr betroffen. Brandanschläge auf Synagogen sind für mich absolut verwerflich und unsäglich«, wurde Behrens in der Mitteilung des Ministeriums weiter zitiert.

Er hoffe, »dass die Schuldigen schnellstmöglich ermittelt werden können«, sagte der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit. »Dieser niederträchtige und menschenverachtende Anschlag zeigt leider erneut, dass wir das Übel des Antisemitismus in unserer Gesellschaft nicht überwunden haben«, so der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg und Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. 

Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) sprach von einem »feigen Angriff« und bezeichnete den Kampf gegen Antisemitismus als »gesamtgesellschaftliche Aufgabe«. Alle seien gefordert, »die Gemeinden, jüdischen Schulen und Kindergärten zu unterstützen und zu schützen, indem wir uns jeder Form von Antisemitismus entgegenstellen«.

Der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, Andreas Sagehorn, kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen an der Synagoge bis zur Klärung der weiteren Tatumstände unmittelbar zu erhöhen. Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann betonte seine Solidarität mit der jüdischen Gemeinde.

»Angriffe auf Synagogen sind Angriffe auf uns alle«, machte der SPD-Politiker deutlich. »Wir werden nicht hinnehmen, dass in unserer Stadt eine jüdische Einrichtung zum Ziel eines Anschlagversuchs geworden ist.«

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