West Bloomfield

FBI: Anschlag auf Synagoge in Michigan war von Hisbollah inspiriert

Die Gemeinde Temple Israel in West Bloomfield Township (Michigan) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Nach dem Angriff auf eine große Synagoge im US-Bundesstaat Michigan gehen die Ermittler von einem terroristischen Hintergrund aus. Das FBI stuft die Tat als gezielten Angriff auf die jüdische Gemeinschaft ein – mit ideologischen Bezügen zur libanesischen Hisbollah. Amerikanische Publikationen berichteten.

Der Täter, ein 41-jähriger US-Bürger mit libanesischen Wurzeln, war Mitte März mit einem Fahrzeug in das Gebäude der Gemeinde Temple Israel in West Bloomfield gerast und hatte anschließend das Feuer eröffnet. Nach einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften tötete er sich selbst. Weitere Todesopfer gab es nicht, allerdings wurde ein Wachmann verletzt.

Die Ermittler sehen inzwischen klare Motive. »Auf Grundlage der bisherigen Beweise bewerten wir diesen Angriff als von der Hisbollah inspirierten Terrorakt, der gezielt auf die jüdische Gemeinschaft abzielte«, erklärte eine FBI-Vertreterin.

Radikalisierung und Vorbereitung

Kurz vor der Tat hatte der Angreifer ein Video an seine Schwester im Libanon geschickt. Darin kündigte er seine Absichten offen an: »Das ist der größte Treffpunkt für Israelis im Bundesstaat Michigan in den Vereinigten Staaten. Ich habe das Auto präpariert. Ich werde gewaltsam eindringen und anfangen zu schießen. So Gott will, werde ich so viele von ihnen töten, wie ich kann.«

Nach Angaben der Behörden hatte sich der Mann seit Anfang des Jahres zunehmend mit Pro-Hisbollah-Inhalten im Internet beschäftigt. Anfang März begann er dann, die Tat konkret vorzubereiten. Innerhalb weniger Tage beschaffte er sich ein halbautomatisches Gewehr, Munition und weiteres Zubehör.

Zusätzlich kaufte er große Mengen an Feuerwerkskörpern sowie faltbare Wasserbehälter, die er mit Benzin füllte. Insgesamt führte er rund 35 Gallonen (132 Liter) Treibstoff mit, um einen Brand im Gebäude zu entfachen.

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Am Tag vor dem Angriff veröffentlichte er in sozialen Netzwerken Beiträge unter dem Titel »Rache« mit Bildern getöteter Hisbollah-Führer sowie eigener Familienangehöriger. Dazu schrieb er unter anderem auf Arabisch: »Verbrennt ihre Welt, denn wir haben eine Vendetta gegen sie, die wir niemals vergessen werden.«

Nach Informationen aus dem Umfeld des Täters hatte dieser zuvor mehrere Angehörige bei einem israelischen Luftangriff im Libanon verloren. Unklar ist, ob diese Verwandten Hisbollah-Terroristen waren oder nicht. Die Tat ereignete sich zudem kurz nach Beginn der militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und dem Iran, die auch den Libanon erfasst hat.

Die Ermittler gehen dennoch davon aus, dass der Mann allein handelte. Hinweise auf Mittäter gebe es bislang nicht. Seine Schwester habe ihn sogar gebeten, keine weiteren Nachrichten mehr zu senden.

Feuer und Schüsse

Am Tattag hielt sich der Angreifer zunächst auf dem Parkplatz der Synagoge auf und verschickte zahlreiche weitere Nachrichten und Videos, in denen er seine Pläne bekräftigte. Kurz darauf fuhr er mit seinem Fahrzeug in das Gebäude hinein und legte dabei eine Strecke von rund 60 Metern im Inneren zurück.

Es kam zu einem Schusswechsel mit dem Sicherheitspersonal, bevor der Mann Feuer legte. Mehrere Einsatzkräfte mussten später wegen Rauchvergiftungen behandelt werden.

Die betroffene Gemeinde gehört zu den größten jüdischen Einrichtungen in Michigan und zählt mehr als 12.000 Mitglieder. im

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