Code Pink

»Falsches Signal«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat die Verleihung des Bayreuther Toleranzpreises an die Bürgerrechtsorganisation »Code Pink« scharf kritisiert. Der Zentralrat habe für diese Auszeichnung kein Verständnis, sagte Schuster dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Würzburg. »Code Pink« beteilige sich an Boykottaufrufen und einer Infragestellung des Staates Israel. Wie man so jemanden ausgerechnet für seine Toleranz auszeichnen könne, sei »nicht nachzuvollziehen«.

Die Haltung von »Code Pink« gegenüber Israel sei vielmehr »das Gegenteil von Toleranz«, sagte er. Es hätte »sicherlich geeignetere Preisträger gegeben«, die sich tatsächlich für demokratische Werte und Toleranz einsetzten. Gerade in Zeiten, in denen in Deutschland viele Neu-Einwanderer integriert werden müssen, die in ihren Heimatländern »mit Hass auf Israel groß geworden sind, wäre es wichtig, den Träger eines solchen Preises mit mehr Sensibilität auszusuchen«, mahnte Schuster: »Hier setzt die Stadt Bayreuth leider ein falsches Signal.«

israel-boykott Die Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten »Wilhelmine-von-Bayreuth-Preises für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt« hatte in den vergangenen Wochen für viel Wirbel gesorgt. Gegen die Bürgerrechtsbewegung »Code Pink« sind Vorwürfe wegen der Teilnahme an antiisraelischen Kundgebungen und Boykottaufrufen gegen Israel erhoben worden.

Von der Stadt Bayreuth war die Verleihung des Toleranzpreises an »Code Pink« damit begründet worden, dass die vor allem von Frauen getragene Gruppe sich als basisdemokratische Bewegung unter anderem für die Beendigung von militärischen Konflikten und für die Verhinderung neuer Kriege engagiere. 2014 hat die Organisation den Aachener Friedenspreis erhalten. epd

Berlin

Sergey Lagodinsky: Linke muss Antisemiten ausschließen

Die Debatte um Judenhass in der Linkspartei ebbt nicht ab. Der Grünen-Europaabgeordnete fordert nun konkrete Konsequenzen von der Parteiführung

 22.09.2026

Berlin

Merz: Jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr sicher

Vor allem seit dem Überfall der Hamas auf Israel und dem Beginn des Gaza-Krieges kommt es in Berlin immer wieder zu Attacken auf Juden. Der Bundeskanzler erteilt jeglichem Antisemitismus eine klare Absage

 22.09.2026

Berlin

Igor Levit kritisiert Merz: Weiter-so in hübscher Verpackung

Merz’ Art der Kommunikation des CDU-Politikers wirke »losgelöst«, so der Pianist

 22.09.2026

Kanada

Schüsse vor Synagoge: Polizist und mutmaßlicher Angreifer schwer verletzt

Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend, während sich rund 25 Menschen in der Sons of Jacob Synagogue zum Jom Kippur versammelt hatten

 22.09.2026

Berlin

Auschwitz Komitee: Linke soll zu »Fehlentwicklungen« stehen

Nach dem Wahlsieg der Linken: Die Präsidentin des Auschwitz-Komitees kritisiert die Haltung der Partei zum Antisemitismus. Sie müsse sich »von allen Antisemiten in ihren Reihen« trennen

 22.09.2026

Abgeordnetenhauswahl

Außenminister: Berlins Regierung muss Juden zur Seite stehen

Nach dem Erfolg der Linken bei der Berlin-Wahl ruft Außenminister Johann Wadephul dazu auf, jüdisches Leben in der Hauptstadt und in Deutschland entschieden zu schützen

 22.09.2026

Sicherheit

Innenminister besorgt nach Linken-Wahlsieg in Berlin

Brandenburgs Innenminister Redmann: »Dass in Berlin Clanchefs und Islamisten den Wahlsieg der Linken feiern, macht, glaube ich, nicht nur mir große Sorgen«

 22.09.2026

Kommentar

Schwesigs Erfolg: Wie man die AfD im Zaum halten kann

Manuela Schwesig hat gezeigt, wie man dem Populismus der Rechtsextremen begegnen kann. Das ist nicht nur eine gute Nachricht für die SPD, sondern für alle Demokraten

von Michael Thaidigsmann  22.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge: Frauen weggeschickt

Mitten am Tag soll ein 37-jähriger Afghane einen Brandsatz an der Bergischen Synagoge gezündet und sich danach antisemitisch geäußert haben. Vorher soll er zwei Passantinnen weggeschickt haben

 22.09.2026