Einspruch

Fader Beigeschmack

Shimon Stein Foto: Marco Limberg

Die Außenminister der Europäischen Union haben die Hisbollah-Miliz auf die Terrorliste der EU gesetzt. Das ist eine überfällige und notwendige Entscheidung, die allerdings nicht ohne einen faden Beigeschmack auskommt.

Da ist zum einen der Umstand, dass die jahrelangen Warnungen Israels von der EU erst in dem Moment gehört wurden, als die libanesische Hisbollah sich massiv auch in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Das, und nicht die ständigen Attacken gegen Israel, war der Anlass für die EU, endlich den Terror auch Terror zu nennen.

Zum Beigeschmack der Brüsseler Entscheidung gehören auch die Bemerkungen, die am Rande der Konferenz der europäischen Außenminister zu hören waren. Außenminister Guido Westerwelle etwa wird nach der EU-Entscheidung mit den Worten zitiert: »Wir können nicht zulassen, dass der militärische Arm der Hisbollah hier in der Europäischen Union terroristische Aktivitäten verfolgt.«

hamas Wie bitte? Seit Jahrzehnten ist all das über die Hisbollah bekannt. Daher hat Israel so lange versucht, die EU dazu zu bringen, diese Organisation auf die Terrorliste zu setzen. Doch schon bei der Hamas war es kein einfacher Weg, die EU zu diesem Schritt zu bewegen.

Auch die in der EU weiter gültige Unterscheidung zwischen einem politischen und einem militärischen Arm der Hisbollah ist mehr als problematisch. Das ist eine bloß künstliche Differenzierung. Zu deren Begründung wird angeführt, dass die prekäre Stabilität des Libanon nicht gefährdet werden soll. Aber das ist schlicht Unsinn: Die Hisbollah mitsamt ihren Milizen ist ja gerade nicht in den libanesischen Staat eingebunden, sondern agiert ohne jede politische oder andere Kontrolle.

Kein Zweifel: Die Entscheidung der EU, die Hisbollah auf ihre Terrorliste zu setzen, ist richtig und überfällig. Aber ein fader Beigeschmack bleibt.

Der Autor war Botschafter Israels in Deutschland.

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  29.09.2026

Die frühere rbb-Intendantin Patricia Schlesinger

Berlin

Strafprozess gegen Ex-RBB-Intendantin Schlesinger

Im Sommer 2022 erschüttert der RBB-Skandal den öffentlich-rechtlichen ARD-Sender. Der Fall beschäftigt auch die Justiz. Nun soll es wegen Untreue-Vorwürfen zum Prozess kommen.

 29.09.2026

UNO

Francesca Albanese korrigiert umstrittene Holocaust-Aussage

In einem Interview hatte die Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete behauptet, Juden seien in Konzentrationslagern auf dem Weg in die Gaskammern als »Muslime« bezeichnet worden

 29.09.2026

Washington D.C.

Sanktionserleichterungen für Iran? Trump dementiert Bericht

Wie geht es weiter im US-Krieg gegen den Iran? Im Gespräch sollen Sanktionserleichterungen für Teheran sein. Der US-Präsident bestreitet das

 29.09.2026

Berlin

Berliner Linke gerät wegen weiterer Clan-Kontakte unter Druck

Welche Großfamilie war noch auf der Wahlparty der linken Wahlgewinner vertreten?

 29.09.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag

Nach dem Willen von Grünen und SPD soll es sich um ein »gemeinsames Vorgespräch« zur Verständigung bei dem zuletzt heftig diskutierten Thema Antisemitismus handeln

 29.09.2026

Österreich

Israelische Familie wegen Herkunft nicht bedient?

An einem Imbissstand im Salzburger Land wurden Touristen mutmaßliche Opfer antisemitischer Diskriminierung

 29.09.2026

25 Jahre nach Durban-Erklärung

Wegen Judenhass: Deutschland bleibt UN-Treffen zu Rassismus fern

Die Bundesrepublik hat nicht an einem umstrittenen UN-Treffen zum Kampf gegen Rassismus in New York teilgenommen

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf« - Zwei Mütter, ihre verlorenen Töchter und der 7. Oktober 2023

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026