Berlin

Europäische Rabbiner in großer Sorge über Brit Mila

Rabbiner Avichai Apel Foto: ord

Berlin

Europäische Rabbiner in großer Sorge über Brit Mila

ORD will einen Verband der Mohalim gründen

von André Anchuelo  12.07.2012 13:58 Uhr

Die Europäische Rabbinerkonferenz (CER) hat die jüdische Gemeinschaft in Deutschland aufgefordert, die Tradition der Beschneidung von Jungen trotz des Kölner Urteils fortzuführen. »Das Beschneidungsverbot stellt ein fundamentales Problem für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland dar, da es ein Grundgesetz der jüdischen Religion angreift«, sagte CER-Präsident Rabbiner Pinchas Goldschmidt am Donnerstagvormittag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Goldschmidt erläuterte zusammen mit seinem deutschen Kollegen Rabbiner Avichai Apel vom Vorstand der Orthodoxen Rabbinerkonferenz in Deutschland die Haltung der CER zum umstrittenen Beschneidungsurteil des Kölner Landgerichts. Die Organisation ermunterte die Juden in Deutschland zur Brit Mila und forderte sie auf, nicht auf eine Gesetzespräzisierung zu warten, sagte Goldschmidt.

Verband Man plane, einen Verband aller Mohalim in Deutschland zu gründen, um die ohnehin über jeden Zweifel erhabene Qualität der Beschneider sowohl in medizinischer als auch in halachischer Hinsicht noch weiter zu erhöhen, sagte Avichai Apel. Für die politische und juristische Strategie wollen sich die Rabbiner in Deutschland jedoch auf den Zentralrat der Juden verlassen, da er in dieser Hinsicht die größte Kompetenz habe.

Goldschmidt machte eine zunehmende religionsfeindliche Tendenz in Europa aus und verwies auf das Minarettverbot in der Schweiz, das Burkaverbot in Frankreich und das angestrebte Schächtverbot in den Niederlanden. Um ihr entgegenzuwirken, befinde man sich in engem Austausch mit den Vertretern christlicher Kirchen und des Islam.

Apel kündigte für kommende Woche ein gemeinsames Treffen von Vertretern der deutschen Bischofskonferenz, der Imamkonferenz und der ORD in Stuttgart an.

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt heute über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  27.10.2026 Aktualisiert