Berlin

»Es beginnt mit den Juden. Es hört aber nicht bei ihnen auf«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: dpa

Zwei Jahre nach dem Massaker der Terrororganisation Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 hat der Zentralrat der Juden an die Opfer erinnert. »Wir erinnern an die 250 Geiseln, die nach Gaza verschleppt wurden und von denen noch knapp 50 in Tunneln gehalten werden. Wir erinnern an die deutschen Staatsbürger Tamir Adar, Gali Berman, Ziv Berman, Rom Braslavski, Itay Chen, Tamir Nimrodi und Alon Ohel, die seit 730 Tagen als Geiseln gefangen gehalten werden und der Willkür der Terroristen der Hamas und des Islamischen Dschihad ausgesetzt sind.«

Gleichzeitig fordert der Zentralrat die Bundesregierung auf, härter gegen Antisemitismus vorzugehen. »Den Angriffen in Israel folgten Angriffe auf Juden weltweit – auch in Deutschland«, beklagen das Präsidium und das Direktorium in einer politischen Erklärung. »Der Hass auf Israel und der Hass auf Juden in Deutschland sind zwei Seiten derselben Medaille.« Oft sei Antisemitismus »getarnt als Kritik an Israel«. Tatsächlich aber handle es sich um »Hetze gegen Jüdinnen und Juden in unserem Land«.

Der Zentralrat warnt vor allem vor »radikalem Aktivismus«. Sogenannter propalästinensischer Aktivismus trage nicht dazu bei, dass es der Zivilbevölkerung im Gazastreifen besser gehe. »Stattdessen treibt er einen Keil in unsere Gesellschaft und schürt Hass und Angst in unserem Land.« Der Bildungsbereich, der Wissenschafts- sowie der Kulturbetrieb trügen eine besondere Verantwortung, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen Antisemitismus einzutreten. »Aber auch all jene, die dem radikalen Aktivismus verfallen sind, müssen sich fragen, welche Auswirkungen ihr Handeln jenseits der Situation im Nahen Osten hier in Deutschland für die Zivilgesellschaft hat.«

Die Angst vor ernsthaften strafrechtlichen Konsequenzen für antisemitische Taten in Deutschland sei »nach wie vor zu gering«. »Viel zu viele antisemitische Täter kommen ungestraft davon«, heißt es in der Erklärung weiter. Die Bundesregierung und der Gesetzgeber müssten die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, um antisemitische Straftaten zu unterbinden. »Die bestehenden Gesetze reichen offenbar nicht mehr aus«, so der Zentralrat. »Es ist Zeit nachzuschärfen, damit jüdisches und freiheitliches Leben in Deutschland nicht noch weiter gefährdet wird.«

»Wir appellieren an jeden Einzelnen, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Juden in Deutschland frei und sicher leben können. Wenn Juden erneut Freiheit und Sicherheit verlieren, droht der deutschen Gesellschaft der Verlust ihrer Demokratie«, heißt es abschließend in der Erklärung. »Es beginnt mit den Juden. Es hört aber nicht bei ihnen auf.« ja

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026

Washington D.C.

»Schaut mal, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert«

»Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit«, schreibt der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social

 13.03.2026

Maskat

Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman

Woher die Drohnen kamen, war zunächst nicht bekannt. Trotz Vermittlungsbemühungen wurde der Oman mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe

 13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Die Gruppe exilierter Iraner will nach dem Sturz der Mullahs innerhalb von sechs Monaten Wahlen durchführen. Der Widerstandsrat ist jedoch höchst umstritten

 13.03.2026

Nahost

US-Tankflugzeug bei Einsatz im Irak abgestürzt

Vier der fünf Crew-Mitglieder starben

 13.03.2026

Incirlik

Iranische Rakete auf NATO-Stützpunkt in der Türkei abgefeuert

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verstärkt die Allianz ihre Luftverteidigung in der Region. Ankara droht derweil dem Regime in Teheran

 13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026