Meinung

Ein Sinto im Bundestag

Am 27. Januar wird erstmals in der noch relativ kurzen Geschichte des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus ein Sinto vor dem Deutschen Bundestag sprechen. Zoni Weisz heißt er. Der heute 72‐Jährige konnte dem Tod in der Gaskammer, den die Nazis für ihn vorgesehen hatten, nur entkommen, weil ein niederländischer Polizist ihm zur Flucht verhalf. Er lief fort, während seine Eltern, Geschwister und Verwandte im Zug des »Zigeunertransports« bleiben mussten. Sie wurden in Auschwitz ermordet. Mit der Rede von Zoni Weisz, der heute in den Niederlanden als Florist und Blumenkünstler arbeitet, werden endlich die Sinti und Roma geehrt, die mehr als andere Opfergruppen des braunen Terrors heute noch Diskriminierung ausgesetzt sind und oft vergeblich auf staatliche Unterstützung hoffen. Mit dieser Auszeichnung eines Sinto wird einmal mehr die Monstrosität des Holocaust deutlich: Der viel zu erfolgreiche Versuch, das europäische Judentum auszurotten, wurde flankiert von den gleichfalls viel zu erfolgreichen Versuchen, alles Leben auszulöschen, das als undeutsch galt. Zoni Weisz hat überlebt und spricht darüber. Wir werden ihm aufmerksam zuhören.

Hamburg

CDU will Ausweisung des Verdächtigen

Nach der antisemitischen Attacke auf Rabbiner Bistrizky fordern Politiker, den marokkanischen Täter hart zu bestrafen

 24.06.2019

Regierung

Israel sagt nein zur AfD

Eine Delegation von hessischen Landtagsabgeordneten wird in Jerusalem nicht offiziell empfangen

 24.06.2019

Politik

Kramp‐Karrenbauer plant Israelreise

Die CDU‐Vorsitzende will an der Herzliya‐Konferenz teilnehmen und die Gedenkstätte Yad Vashem besuchen

 24.06.2019