Einspruch

Ein Klima von Gewalt und Hass

Sabine Brandes Foto: Marco Limberg

Ein 18 Monate alter palästinensischer Junge wurde durch eine Brandbombe von (vermutlich) jüdischen Terroristen getötet, als er friedlich in seinem Bettchen schlief. Ein 16-jähriges Mädchen mit einem Blumenkranz im Haar musste sterben, weil ein hasserfüllter charedischer Terrorist keine Homosexuellen in Jerusalem dulden will.

Durch das Heilige Land weht ein unheiliger Wind. Nicht erst seit Freitag, seit Jahren verschärft sich das Klima. Langsam, aber sicher wurde es gesellschaftsfähig, rassistische Sprüche von sich zu geben, war es okay, vermeintlich jüdische Werte über die der Toleranz zu stellen. Selbst in schicken Vororten fand man immer öfter hasserfüllte Parolen gegen Minderheiten oder Andersdenkende an den Häuserwänden.

sprache Die Gesellschaft formt die Sprache, doch die Sprache formt gleichfalls die Gesellschaft. Wenn Parlamentarier in der Knesset dazu aufrufen dürfen, den »Obersten Gerichtshof zu demolieren« oder die Gay Parade als »Parade der Widerwärtigen« bezeichnen, ohne dass es Folgen für sie hat, dürfen die jüngsten Geschehnisse nicht allzu sehr verwundern. Fast alle israelischen Parteien verurteilten die grauenvollen Taten aufs Schärfste, ihre Bestürzung ist glaubwürdig. Auch dass die Täter endlich als das bezeichnet werden, was sie sind – Terroristen –, ist eine positive Wende. Doch es ist nicht genug.

Arabische Terroristen werden von Hundertschaften der Polizei und Armee gejagt und mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft. Jüdische Terroristen jedoch nicht. Meist werden sie mit milden Strafen belegt, wenn sie überhaupt dingfest gemacht werden. Dass seit Jahren versäumt wurde, das Problem eines jüdischen Terrorismus als ein ernsthaftes und brandgefährliches anzuerkennen, geben jetzt sogar Mitglieder der Regierung offen zu.

Das Entsetzen, das derzeit, nach den jüngsten Hassattacken, das politische Establishment Israels erfasst hat, ist groß. Aber es muss endlich etwas gegen die Verschlechterung des politischen Klimas unternommen werden.

Washington

Trump: Iran muss sofort seine Stellvertreter im Libanon stoppen

Der Iran muss seine Proxys im Libanon unter Kontrolle bringen, fordert Trump. Andernfalls müsse Teheran mit harten Konsequenzen rechnen

 21.06.2026

Potsdam

Linke sucht Kontakt mit Juden im Kampf gegen Antisemitismus

Der Partei wird immer wieder Antisemitismus vorgeworfen. Nun heißt es in einem Beschluss, dass der Parteivorstand mit jüdischen Verbänden in den Austausch gehen soll

 21.06.2026

Iran-Verhandlungen

US-Vizepräsident Vance sieht »große Fortschritte«

In der Schweiz wird über ein Ende des Iran-Kriegs verhandelt. US-Vizepräsident Vance bewertet den Auftakt der Gespräche offenbar als Erfolg

 21.06.2026

Teheran

Iran: Verhandlungen mit USA auf einen Tag begrenzt

Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington in der Schweiz wurden mit Spannung beobachtet. Nun dämpft der Iran die Erwartungen

 21.06.2026

Meinung

Die Linkspartei ist für Juden unwählbar geworden

Jede Hoffnung, »Die Linke« könnte ein vernünftiger Partner werden, wurde enttäuscht. Die Partei unterstützt konsequent die Kräfte, die jüdisches Leben unmöglich machen wollen

von Sigmount A. Königsberg  21.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 21.06.2026 Aktualisiert

Kiew

Selenskyj schickt polnischen Orden zurück

Weil er eine Einheit ehrt, die im Zweiten Weltkrieg Massaker an Polen und Juden begangen hat, entzieht Polens Präsident Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Selenskyj die höchste Auszeichnung des Landes. Der schickt den Orden jetzt per Post zurück

 21.06.2026

Potsdam

Neuer Linken-Chef: Kein Unterschied zwischen CDU »und den Faschisten selbst«

Luigi Pantisano sorgte am Wochenende auf dem Linken-Parteitag in Brandenburg mit einer Aussage für Empörung. Kurz darauf wurde er mit lediglich 53 Prozent zum Co-Vorsitzenden der Partei gewählt

 21.06.2026

Luzern

Gespräche zwischen Iran und USA starten

Es geht um Teherans Atomprogramm und ein Ende der Kämpfe zwischen der Terrormiliz Hisbollah und Israel: Heute wollen Vertreter der USA und des Irans in der Schweiz Lösungen für diese heiklen Probleme näherkommen

 21.06.2026