London

Ed Miliband wird neuer britischer Außenminister

Der neue Außenminister Ed Miliband Foto: picture alliance / Yui Mok/PA via AP

Großbritannien hat einen neuen Außenminister: Premierminister Andy Burnham berief Ed Miliband in sein Kabinett. Der langjährige Labour-Politiker übernimmt das Amt von Yvette Cooper und bezeichnete seine Ernennung als »die Ehre meines Lebens«.

Vor seinem Amtssitz in der Downing Street erklärte Miliband, seine Familiengeschichte präge sein Verständnis für die Bedeutung des Außenministeriums. »Meine Eltern kamen als jüdische Flüchtlinge vor den Nazis hierher, und Großbritannien bot ihnen Zuflucht und einen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen den Faschismus«, sagte er der BBC. Angesichts einer Zeit, »in der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit stärker bedroht sind als je zuvor«, wolle er »diesen Geist, ihren Geist, in meine Arbeit als Außenminister tragen«.

Der 56-Jährige vertritt seit 2005 den Wahlkreis Doncaster North im britischen Unterhaus. Bereits vor dem Wahlsieg von Labour im Jahr 1997 arbeitete er für Abgeordnete der Partei und war später Berater des damaligen Finanzministers Gordon Brown. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Miliband zunächst als Vorsitzender der Labour-Partei bekannt.

Konsequente Klimapolitik

2010 setzte er sich in einer äußerst knappen Kampfabstimmung um den Parteivorsitz gegen mehrere Mitbewerber durch – darunter auch seinen älteren Bruder David Miliband. Während David Miliband später die britische Politik verließ und die Leitung der Hilfsorganisation International Rescue Committee übernahm, führte Ed Miliband die Labour-Partei bis zur Wahlniederlage 2015.

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In den vergangenen Jahren machte sich Miliband vor allem als Energie- und Klimapolitiker einen Namen. Als Energieminister trieb er den Ausbau erneuerbarer Energien und die britische Netto-Null-Strategie voran. Seine konsequente Klimapolitik brachte ihm Anerkennung bei Umweltverbänden, führte jedoch auch zu scharfer Kritik aus Teilen der Gewerkschaftsbewegung und der Öl- und Gasindustrie.

Politisch galt Miliband stets als Vertreter des linken Labour-Flügels. Er wollte die Partei nach der Ära »New Labour« sozialpolitisch neu ausrichten und legte den Schwerpunkt auf die Bekämpfung sozialer Ungleichheit sowie eine gerechtere Steuerpolitik. Nach der Niederlage bei der Parlamentswahl 2015 trat er als Parteichef zurück.

Green Prosperity Plan

Unter Keir Starmer war Miliband später in der ersten Reihe der Opposition und wurde zunächst Schattenminister für Wirtschaft, anschließend für Klimawandel und Netto-Null-Emissionen. Nach dem Wahlsieg der Labour-Partei 2024 verantwortete er als Energieminister die Umsetzung der sogenannten Green Prosperity Plan, mit der Investitionen in erneuerbare Energien und neue Arbeitsplätze gefördert werden sollten.

Ed Miliband wurde am 24. Dezember 1969 in London geboren. Seine Familiengeschichte ist eng mit der Verfolgung der europäischen Juden verbunden. Sein Vater Ralph Miliband, ein aus Belgien stammender marxistischer Soziologe, entkam als Kind gemeinsam mit seinem Vater während des Zweiten Weltkriegs nach Großbritannien. Seine Mutter Marion Kozak wurde in eine polnisch-jüdische Familie hineingeboren. Sie überlebte die Schoa, weil katholische Polen sie versteckten.

Ihr Vater, Milibands Großvater mütterlicherseits, wurde dagegen von den Nazis ermordet. Beide Eltern engagierten sich später politisch – Ralph Miliband als renommierter marxistischer Wissenschaftler, Marion Kozak als Menschenrechtsaktivistin. Seine Herkunft und die Fluchtgeschichte seiner Familie hat Ed Miliband wiederholt als prägende Erfahrung für sein politisches Denken bezeichnet. im

Washington D.C.

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