Berlin/Düsseldorf

Durchsuchungen bei mutmaßlichen Neonazis

Foto: picture alliance/dpa

In zwölf Bundesländern laufen seit dem frühen Morgen in mehreren Städten Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten.

Es gebe in ihrem Zuständigkeitsbereich zehn Beschuldigte, hieß es aus Sicherheitskreisen in Nordrhein-Westfalen. Sie seien alle deutsche Staatsbürger. Einer der Beschuldigten sei wegen einer anderen Angelegenheit bereits zuvor in Untersuchungshaft gekommen. 

Die Maßnahmen in NRW-weit acht Städten richteten sich den Angaben zufolge gegen die Gruppe »Jung und Stark«. An der Aufklärung der Gruppe war auch das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligt.

Seit 2024 häufen sich die Gewalttaten von teils sehr jungen Neonazis, etwa bei Angriffen auf Paraden zum Christopher Street Day, der den Rechten von lesbischen, schwulen und anderen queeren Menschen gewidmet ist.

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Störaktionen und Straftaten

Das Bundeskriminalamt (BKA) erklärte Mitte 2025: »Die Polizeibehörden aus Bund und Ländern beobachten seit etwa Mitte vergangenen Jahres, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen in Erscheinung getreten sind, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet haben.« Diese träten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung.

Die größte dieser Gruppe war damals nach Angaben aus Sicherheitskreisen »Jung und Stark« mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich. Auch die Gruppe »Deutsche Jugend Voran« ist im Visier der Ermittler. Schätzungsweise mehr als hundert Menschen fühlen sich demnach dieser Gruppe zugehörig.

Weitere relevante Vereinigungen seien »Der Störtrupp« sowie die Gruppe »Letzte Verteidigungswelle«. Mutmaßliche Angehörige der »Letzten Verteidigungswelle« stehen aktuell in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht.

In Berlin werde an mehreren Orten durchsucht, bestätigte ein Sprecher der Polizei und verwies an das Bundeskriminalamt (BKA). In Brandenburg kommt es nach Angaben aus Sicherheitskreisen ebenfalls zu Durchsuchungen.

Alle Bundesländer außer Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg und Bremen sind von den Razzien betroffen. dpa

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