Meinung

Dresden leuchtet

Damit hatten die Nazis nicht gerechnet: Am vergangenen Sonnabend stellten sich schätzungsweise 15.000 Dresdner den Rechtsextremisten in den Weg (vgl. S. 9). Mit einer Menschenkette durch die Altstadt verhinderten sie, dass das Gedenken an die Bombardierung durch die Alliierten vor 65 Jahren nicht von der »Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland« und anderen Neonazis aus ganz Europa für ihre Propaganda missbraucht werden konnte. Sitzblockaden zwangen die braunen Möchtegern‐Marschierer, auf dem Neustädter Bahnhof zurückzubleiben. Bravo, endlich passiert mal was! Wird auch Zeit, dass sich die Zivilgesellschaft nicht mehr alles bieten lässt. Und das über alle Generationen und sozialen Schichten hinweg. Ist es nicht die einfachste Art und Weise zu protestieren, indem man füreinander einsteht und sich die Hand reicht? Natürlich. Aber es passiert einfach viel zu selten. Insofern haben die Dresdner republikweit ein Zeichen gesetzt. Nun braucht es Nachahmungstäter. Nicht erst wieder am 13. Februar 2011, sondern jedes Mal, wenn es gilt, den Rechten in aller Öffentlichkeit Paroli zu bieten.

Justiz

Freibrief für Verleumdungsvorwürfe?

Noch kein Urteil im Fall um Göttinger Friedenspreis. Die Entscheidung soll am 7. Mai verkündet werden

 24.04.2019

Berlin

»Singularität des Holocaust negiert«

Zentralratspräsident Josef Schuster kritisiert Schoa-Vergleich scharf

 24.04.2019

Meinung

Ein Jude als Staatspräsident

Mit der Wahl von Selenskyj beweist die Ukraine, dass Protestwahlen keine Erfolge Rechtsradikaler bedeuten müssen

von Dimitri Tolkatsch  23.04.2019