Meinung

Der große Raubzug

Das Dritte Reich war – das wollen bis heute viele weder hören noch wahrhaben – eine Mitmach-Diktatur. Okay, es gab Ausnahmen. Menschen, die sich verweigerten, Verfolgten halfen oder das Regime, wenn auch selten offen, infrage stellten. Doch ein Volk von Widerstandskämpfern waren die Deutschen beileibe nicht. Und wenn es ums Geld ging, ließen sie fast alle Hemmungen fallen. Vor allem, als es das staatlich sanktionierte Angebot gab, sich auf Kosten der Juden zu bereichern. Die »Arisierung« machte aus Menschen rücksichtslose Profiteure. Erzwungene Wohnungsauflösung? Her mit dem Mobiliar! Erpresste Geschäftsaufgabe? Übernahme zum Schnäppchenpreis! Ein großer Raubzug, der einen organisatorischen Überbau hatte. Denn das Reichsfinanzministerium spielte bei der Ausplünderung der Juden eine zentrale Rolle. Mehr noch. Die Verwaltung betrieb die fiskalische Vernichtung der »Nichtarier«. Zu diesem Zwischenergebnis kommt jetzt eine Historikerkommission, die 2009 vom damaligen Finanzminister Peer Steinbrück eingesetzt wurde. Die feinen Herren des Auswärtigen Amtes sind also keinesfalls die Einzigen gewesen, die das Funktionieren des NS-Regimes gewährleisteten. Viele andere Behörden waren mit von der Partie. Höchste Zeit, dass sie sich ihrer Mitmach-Vergangenheit stellen.

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026

Berlin

Remmo: Koçak hat bei mir im Büro gesessen

Wie eng war der Kontakt des Linken-Bundestagsabgeordneten Koçak zur Großfamilie Remmo? Nach der Berliner Wahl kamen Chatnachrichten ans Licht, die er als Fehler bezeichnete. Gab es auch ein Treffen?

 16.10.2026

Berliner Sondierungen

Özdemir: Berliner Linke hat sich »radikalisiert«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir schaut mit Sorge auf die politischen Geschehnisse in der Bundeshauptstadt. Seiner Ansicht nach hat sich die Berliner Linke radikalisiert

 16.10.2026

Kommentar

Deutsche Iran-Politik: Urkomische Dinge und pure Realitätsverweigerung

Der neue Botschafter der Bundesrepublik in Teheran, Axel Dittmann, produziert mit seinen Instagram-Videos unfreiwillig Realsatire

von Saba Farzan  16.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Rede des Bundesratspräsidenten

Bovenschulte zu AfD-Verbot: »Prüfen heißt nicht verbieten«

Seine letzte Rede als Bundesratspräsident nutzt Andreas Bovenschulte für einen Appell. Es geht darum, wie weit die Demokratie im Umgang mit der AfD gehen sollte – und warum kein Fehler passieren darf

 16.10.2026

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Steffen Alisch

Meinung

Die Berliner Linke und ihr DDR-Vorleben

Linker Antisemitismus, Israelfeindschaft und Genozid-Vorwurf – all das gab es bereits in der DDR unter dem Regime der Linkspartei-Vorläuferin SED

von Steffen Alisch  16.10.2026

Staatsanwaltschaft

Der Bundestag hebt die Immunität von SPD-Abgeordnetem Adis Ahmetovic auf

Ermittler durchsuchen sein Büro und Wohnungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen

von Leonard Fischer  16.10.2026