Meinung

Demokratische Boykotte

Ein Fanal für die Demokratie ist das Gesetz, das die Knesset Anfang der Woche verabschiedet hat – das sagen zumindest dessen vehementeste Kritiker. Das israelische Parlament hat beschlossen, dass es für Einzelpersonen und Organisationen künftig rechtswidrig sein soll, zum Boykott von Waren aus Israel und den jüdischen Siedlungen im Westjordanland aufzurufen.

Das gilt auch für den Boykott von Universitäten oder Kulturveranstaltungen. Damit reihe sich Israel in die Riege autoritärer Staaten ein, meint die Bewegung »Peace Now«, die genau solche Boykotte propagiert. In der Tat: Ein solches Gesetz ist ein schwerwiegender Eingriff in die Meinungsfreiheit der Bürger. Und gute PR für den jüdischen Staat ist es schon gar nicht.

Abstimmung Ist aber gleich die israelische Demokratie in Gefahr? Man darf erwarten, dass nichts so heiß gegessen wie gekocht wird. Zunächst einmal haben nur 47 der 120 Abgeordneten für das Gesetz gestimmt, die meisten blieben der Abstimmung fern. Politiker der großen Parteien lehnen es ab, auch Premierminister Netanjahu geht es zu weit.

Fast die gesamte israelische Presse von links bis Mitte-rechts kritisiert das Gesetz als schädlich für Israel. Führende Rechtsexperten sind der Meinung, dass es vor dem Obersten Gericht keinen Bestand haben wird. Warum dann überhaupt so ein Gesetz, von dem auch seine Befürworter wissen, dass es hinfällig ist? Ganz einfach: Es ist ein Aufschrei – ein Hinweis darauf, dass internationale Boykotte tatsächlich eine ernstzunehmende Gefahr für Israel sind. Die Debatte beweist, dass die Demokratie in Israel intakt ist.

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist die Chance für den Nahen und Mittleren Osten

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  31.03.2026

Peking

Pakistan und China stellen Forderungen für Frieden im Nahen Osten vor

Pakistan bemüht sich um Vermittlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Jetzt stellen Pakistan und China gemeinsame Forderungen vor

 31.03.2026

München

Der Grüne, das Rathaus und die jüdische Gemeinschaft

Dominik Krause wird der nächste Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt. Der 35-Jährige ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und geht entschlossen gegen Antisemitismus vor. Ein Porträt

von Chris Schinke  31.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  31.03.2026

Berlin

Doppelt so viele Schülerfahrten zu NS-Gedenkstätten möglich

Mehr als 80 Jahre nach dem Holocaust versuchen junge Leute, die Gräuel der deutschen Geschichte zu verstehen. Ein Besuch an authentischen Orten kann dazu beitragen. Zwei private Spender geben Geld

 31.03.2026

Weimar

Gedenkstätte Buchenwald sieht sich politisch instrumentalisiert

Warum die Gedenkstätte Buchenwald Schauplatz kontroverser Debatten ist – und wie sie damit umgeht

 31.03.2026

Kino Babylon

Ein Publikum wie eine Sekte: So war Francesca Albaneses Auftritt in Berlin

»Nazi«-Rufe, Verschwörungsglaube und Massenpsychose: Unser Gastautor ist entsetzt von dem, was er auf der Veranstaltung mit der UN-Sonderberichterstatterin für Palästina erlebt hat. Ein Erfahrungsbericht

von Wolf J. Reuter  31.03.2026

Berlin

Beschwerde gegen Deutsche Welle: Jüdischer Journalistenverband sieht Defizite in Berichterstattung

Nach Darstellung des JJJ fehlt es in mehreren Beiträgen an journalistischer Sorgfalt. Teilweise seien Tendenzen erkennbar, die als israelfeindlich oder sogar antisemitisch bewertet werden könnten

 31.03.2026

West Bloomfield

FBI: Anschlag auf Synagoge in Michigan war von Hisbollah inspiriert

Nach Angaben der Behörden hatte sich der Mann seit Anfang des Jahres zunehmend mit Pro-Hisbollah-Inhalten im Internet beschäftigt

 31.03.2026