Meinung

Demokratische Boykotte

Ein Fanal für die Demokratie ist das Gesetz, das die Knesset Anfang der Woche verabschiedet hat – das sagen zumindest dessen vehementeste Kritiker. Das israelische Parlament hat beschlossen, dass es für Einzelpersonen und Organisationen künftig rechtswidrig sein soll, zum Boykott von Waren aus Israel und den jüdischen Siedlungen im Westjordanland aufzurufen.

Das gilt auch für den Boykott von Universitäten oder Kulturveranstaltungen. Damit reihe sich Israel in die Riege autoritärer Staaten ein, meint die Bewegung »Peace Now«, die genau solche Boykotte propagiert. In der Tat: Ein solches Gesetz ist ein schwerwiegender Eingriff in die Meinungsfreiheit der Bürger. Und gute PR für den jüdischen Staat ist es schon gar nicht.

Abstimmung Ist aber gleich die israelische Demokratie in Gefahr? Man darf erwarten, dass nichts so heiß gegessen wie gekocht wird. Zunächst einmal haben nur 47 der 120 Abgeordneten für das Gesetz gestimmt, die meisten blieben der Abstimmung fern. Politiker der großen Parteien lehnen es ab, auch Premierminister Netanjahu geht es zu weit.

Fast die gesamte israelische Presse von links bis Mitte-rechts kritisiert das Gesetz als schädlich für Israel. Führende Rechtsexperten sind der Meinung, dass es vor dem Obersten Gericht keinen Bestand haben wird. Warum dann überhaupt so ein Gesetz, von dem auch seine Befürworter wissen, dass es hinfällig ist? Ganz einfach: Es ist ein Aufschrei – ein Hinweis darauf, dass internationale Boykotte tatsächlich eine ernstzunehmende Gefahr für Israel sind. Die Debatte beweist, dass die Demokratie in Israel intakt ist.

Washington D.C.

Iran-Krieg: Trump ringt hinter den Kulissen mit Zweifeln und Sorgen

Angst um die Wirtschaft und die Befürchtung, ihn könnte das politische Schicksal von Jimmy Carter ereilen, beeinflussen den Präsidenten

 20.04.2026

London

Festnahmen nach neuem Brandanschlag auf Synagoge in London

Binnen weniger Wochen werden mehrere jüdische Einrichtungen in London zum Ziel von Brandanschlägen. Handeln die Täter im Auftrag Irans gegen Geld?

 20.04.2026

Teheran

Bericht: Iran lehnt zweite Verhandlungsrunde mit USA ab

Am Mittwoch läuft die Waffenruhe im Iran-Krieg aus. US-Präsident Trump nennt einen neuen Verhandlungstermin. Aber das Teheraner Regime sieht keine »Perspektive für seriöse Verhandlungen«

 20.04.2026

Berlin

Deutsche Marine bereitet Einsatz in Straße von Hormus vor

Noch ist ein dauerhafter Waffenstillstand am Golf nicht absehbar. Doch Deutschlands Marine bereitet sich bereits auf den Tag X vor. Es geht um das Räumen von Minen in der Straße von Hormus

 20.04.2026

London

Antisemitismus-Vorwürfe: Britische Grüne suspendieren jüdischen Anti-Zionisten

Tony Greenstein stellte die Verbrechen der Hamas infrage und äußerte sich zugunsten der Terrororganisation. Es ist nicht sein erster Parteiausschluss

 20.04.2026

Kultur

Klein wünscht sich mehr Wehrhaftigkeit gegen Antisemitismus im Kulturbetrieb

Der Antisemitismus-Beauftragte Klein kritisiert einen geplanten Auftritt der palästinenisch-stämmigen DJ Sama‘ Abdulhadi im Juli in Hamburg

 19.04.2026

Iran

Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig

Keine 24 Stunden nach der Zusage des Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, wurde sie wieder zurückgenommen.

 19.04.2026

Den Haag

Israelische NGO zeigt Spaniens Regierungschef Sánchez an

Die Gruppe erstattete Anzeige beim Internationalen Strafgerichtshof. Die spanische Regierung habe Kriegsverbrechen im Iran begünstigt

 20.04.2026 Aktualisiert

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026