Interview

»Das Land ist vereint«

Avital Leibovich Foto: AJC

Frau Leibovich, die Leichen von Eyal, Naftali und Gilad wurden am Montagabend gefunden. Wie wurde das in den sozialen Medien aufgenommen?
Die ganze Nation trauert. Menschen haben ihre Profilbilder geändert, haben den Hashtag BringBackOurBoys benutzt. Am Tag der Beisetzung gab es viele mitfühlende Posts. Man merkt, dass die Menschen zusammenrücken. Das, was in den vergangenen Wochen geschehen ist, hat das Land vereint – eine der wenigen Gelegenheiten, an denen man erkennen kann, wie soziale Medien helfen. Israelis sind kritisch und haben keine Angst davor, ihre Meinung zu sagen. Doch während der Suche nach den Jungen und auch danach gab es ein Gefühl der Gemeinsamkeit, nicht nur vor Ort, sondern auch bei Facebook, Twitter etc.

Zwei Hashtags, #BringBackOurBoys und #EyalGiladNaftali, haben die Suche nach den Teenagern begleitet. War das hilfreich?
Wenn man einen Hashtag benutzt, ist der Gedanke dahinter, dass man Topthemen aufgreift. Je erfolgreicher, desto größer ist das Publikum, das damit erreicht wird. Bei #Bring
BackOurBoys und #EyalGiladNaftali hat das funktioniert. Viele Mainstream-Medien haben sie benutzt, ihre Artikel damit ergänzt und so auf das Schicksal der drei Jugendlichen aufmerksam gemacht.

Kann das bei solch sensiblen Themen auch hinderlich sein – persönliche und sicherheitsrelevante Informationen wurden ja sehr schnell veröffentlicht?
Ich denke nicht. In Israel gibt es das Zensurgesetz. Und wenn etwas nicht in Übereinstimmung mit diesem Gesetz wäre, würde es nicht veröffentlicht werden. In diesem Fall habe ich also keine Sorgen.

Können soziale Medien überhaupt dabei helfen, derartige Fälle aufzuklären?
Durch sie erreicht man ein viel größeres Publikum – weltweit und in kurzer Zeit. Wenn es richtig gemacht wird, kann man Menschen ansprechen, die man über die herkömmlichen Medien nicht erreicht. Außerdem holt sich die jüngere Generation ihre Informationen online. Bei den sozialen Medien erhält man zudem einen direkten Überblick, wie viele Menschen man erreicht. Themen können dann in den Mainstream-Medien aufgegriffen werden.

Es gibt auch direktes Feedback von Lesern. Wie war das im Fall der ermordeten Teenager?
Generell würde ich zustimmen, dass es eine Möglichkeit gibt, Reaktionen aus sozialen Medien für besondere Fälle zu nutzen. 2009 gab es während der Operation »Gegossenes Blei« Posts von palästinensischer Seite aus Gaza, dass die Hamas Lebensmittellieferungen abfängt und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Ich war damals Armeesprecherin, diese Information haben wir in der IDF aufgegriffen. Eine Drohne hat die Lieferung begleitet, ein LKW hat sie in den Gazastreifen gebracht, und das haben wir der Welt gezeigt. Diese Information hatten wir aus den sozialen Medien, und wir haben der Welt gezeigt, wer die Hamas ist.

Mit der Direktorin des Israel-Büros des American Jewish Committee sprach Katrin Richter.

Washington

Berichte: Iran bricht Kontakt mit US-Seite ab

Wenige Stunden vor Ablauf seines Ultimatums droht US-Präsident Trump dem Iran mit harschen Worten. Laut Berichten zieht Teheran daraus Konsequenzen

 07.04.2026

New York

Russland und China stimmen gegen UN-Resolution zur Straße von Hormus

Seit dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ist die Meerenge für die Handelsschifffahrt weitgehend blockiert. Eine UN-Resolution zur Entschärfung der Lage ist nun gescheitert

 07.04.2026

Washington

Trump: »Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen«

Mit Drohungen hat der US-Präsident bereits in den Tagen vor Ablauf seiner Frist versucht, den Druck auf den Iran zu erhöhen. Nun legt er noch einmal nach

 07.04.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragter gegen »Kufiyas in Buchenwald«

Vor dem Gedenken an die Befreiung des früheren NS-Konzentrationslagers wird über angekündigten propalästinensischen Protest gestritten. Felix Klein solidarisiert sich mit der Gedenkstättenleitung

 07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert

Türkei

Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – Ein Angreifer tot

Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul sind Schüsse gefallen. Einer von drei Angreifern wird nach offiziellen Angaben getötet. Was steckt dahinter?

 07.04.2026 Aktualisiert