Meinung

Das Kanzleramt und die Hamas

Die Bundesregierung, so vermeldete es in dieser Woche der »Spiegel«, begrüßt das Zusammengehen von Fatah und Hamas in den palästinensischen Autonomiegebieten. Das Blatt beruft sich auf Quellen aus dem Kanzleramt, und auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn verkündete: »Die EU muss mit einer solchen Einheitsregierung zusammenarbeiten.«

Was kommt als Nächstes? Fordern Berlin und Brüssel die afghanische Regierung auf, die terroristischen Taliban mit Ministerposten zu versorgen, weil diese ja dann vielleicht und unter Umständen und wenigstens teilweise das Morden einstellen könnten? Oder reisen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier bald nach Washington, um US-Präsident Barack Obama von seiner starren Haltung abzubringen und endlich zu Verhandlungen mit Al Qaida zu bewegen?

terrorliste Damit ist nicht zu rechnen, denn nur, wenn es sich um die tödliche Bedrohung Israels handelt, geben sich große Teile des Westens, ja, wie soll man sagen: blind? Liberal? Ungeschickt? Die Organisation, die hier offensichtlich als ministrabel gehandelt wird, ist bei der EU ganz offiziell als terroristische Gruppe gelistet, und auch in Deutschland ist seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs 2004 politisch und juristisch klar, dass die Hamas in ihrer Gänze als terroristische Organisation einzustufen ist.

Wenn Kanzleramt und EU nun auf ihre eigenen Statuten und damit auch auf die Urteile ihrer höchsten Gerichte pfeifen, weil sie unbedingt die Hamas-Aktivisten nobilitieren wollen, so sei ihnen gesagt: Die Hamas ist leider prinzipientreuer. In Artikel 7 ihrer Charta beschwört sie, dass sie nie aufhören wird, Juden zu bekämpfen und zu töten, »sodass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken, und jeder Baum und Stein wird sagen: ›Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!‹«

raketen Und in ihrer politischen Praxis beweist die Hamas, dass sie am Ziel des Judenmords festhält: Regelmäßig explodieren im südlichen Israel Bomben, die die Hamas mit Raketen aus dem Gazastreifen abschießt.

Nun gehört es zu den Binsenweisheiten der internationalen Politik, dass es die Feinde sind, mit denen man Frieden schließen muss, denn mit Freunden braucht es keinen Vertrag. Aber zu einem möglichen Friedensschluss gehört zwingend notwendig – genauso binsenweis formuliert – ein Minimum an Entgegenkommen. Etwa der Verzicht auf Morddrohungen und mörderische Bombenwürfe.

Hand zeigt ein Smartphone mit dem ChatGPT Logo vor rotem Hintergrund

Künstliche Intelligenz

Sam Altmans ChatGPT zeigt ab heute Werbung

Einige User werden von nun an Werbung sehen. Wie werden gesuchte Antworten von Anzeigen getrennt?

 24.08.2026

MIttlerer Osten

Iran warnt USA vor Wirtschaftskrieg - und droht Golfstaaten

Im Iran-Krieg wird aktuell nicht gekämpft. Washington will Teheran wirtschaftlich in die Knie zwingen. Der Iran gibt sich selbstbewusst - und droht den USA und ihren Verbündeten mit Konsequenzen

 24.08.2026

Teheran

Erneut Hinrichtung nach Massenprotesten im Iran

Die iranische Führung schlug die Proteste im Januar brutal nieder. Seitdem werden immer wieder Menschen exekutiert. Die Hinrichtungen sind auf einem Rekordniveau

 23.08.2026

Sachsen-Anhalt

Magdeburger CDU-Abgeordneter offen für Gespräche mit Linken

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt drohen komplizierte Mehrheiten: Dabei wird auch immer wieder eine Zusammenarbeit von CDU und Linken gegen die AfD diskutiert

 23.08.2026

Landtagswahlen

Umfrage: Jeder Zweite hält die AfD für rechtsextrem

Brandmauer? Parteiverbot? Über den richtigen Umgang mit der AfD sind sich die Menschen uneins. Das Insa-Institut hat gefragt, was sie über die Partei denken

 23.08.2026

Debatte

Schramm unterstützt Knobloch in AfD-NSDAP-Vergleich

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen warnt vor einer Normalisierung rechtsextremer Positionen. Der wachsende zeitliche Abstand zur NS-Zeit dürfe nicht dazu führen, dass die Lehren aus der Geschichte verblassen, betont er

 23.08.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragter befürwortet schärferes Strafrecht

Felix Klein fordert unter anderem härtere Strafen für die Unterstützung der Hamas auf Demonstrationen. Und auch an den Schulen müsse sich etwas ändern

 23.08.2026

Deutschland

Weil er sich israelsolidarisch äußerte: Mann wird mit Cuttermesser an Berliner U-Bahnhof angegriffen

Die Hintergründe

 22.08.2026

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026