München

CSU kritisiert Merz’ Stopp von Rüstungsexporten nach Israel

CSU-Chef Markus Söder Foto: picture alliance / dpa

Der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verkündete Stopp für Rüstungsexporte, die im Gazastreifen eingesetzt werden könnten, sorgt für heftigen Streit zwischen CDU und CSU. Nach Informationen von »Bild« wurde die CSU an der Entscheidung nicht beteiligt und erfuhr erst nachträglich davon.

Für die Christsozialen ist der Schritt ein Affront – insbesondere wegen der traditionell engen Beziehungen zwischen Bayern und Israel. CSU-Chef Markus Söder und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt pflegen enge Kontakte nach Jerusalem. Dobrindt hatte erst im Juni bei einem Besuch in Israel dem jüdischen Staat die »volle Unterstützung Deutschlands« zugesichert und betont, dass man in Sicherheitsfragen »fest an der Seite Israels« stehe.

Merz begründete den Exportstopp mit der Entscheidung des israelischen Sicherheitskabinetts, militärisch noch härter im Gazastreifen vorzugehen. In einem Telefonat mit Premier Benjamin Netanjahu hatte er zuvor seine Sorge über die »katastrophale humanitäre Lage« geäußert und zu einem Waffenstillstand gedrängt.

Lesen Sie auch

Innenpolitischer Druck

Laut Kanzleramt wächst der innenpolitische Druck auf die Bundesregierung, nicht nur aus Teilen der SPD, sondern auch von Koalitionspartnern und auf EU-Ebene. Kritiker fordern, Israel solle sich stärker an internationales Recht und die Schutzpflicht gegenüber der Zivilbevölkerung halten.

Währenddessen sorgte Israel für die Einfuhr von fast 1,9 Millionen Tonnen an Hilfsgütern für Gaza, seit die Terrororganisation Hamas den Krieg mit den Massakern und Geiselnahmen am 7. Oktober 2023 begonnen hat. Zudem schützt das Land palästinensische Zivilisten, so gut es geht, während ihnen die eigene Führung Nahrungsmittel stiehlt.

Der in Berlin beschlossene Exportstopp betrifft nicht nur Waffen und Munition, sondern auch wichtige Bauteile für Panzer, die bislang aus Deutschland geliefert wurden. Branchenvertreter warnen, dass die Maßnahme die langfristige Rüstungskooperation zwischen beiden Staaten belasten könnte. Befürworter wiederum sehen darin ein deutliches politisches Signal an die israelische Regierung, ihr militärisches Vorgehen zu mäßigen. ja

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026

Schwerin/Rostock

Kurs Rot-Rot-Grün: Verhandlungen starten am Montag

SPD, Linke und Grüne wollen in Mecklenburg-Vorpommern über eine Koalition verhandeln. Dafür stimmten alle drei Parteien. Für die Grünen wäre eine Regierungsbeteiligung dort eine Premiere

 11.10.2026

Franziska Giffey

Nach der Wahl in Berlin

Franziska Giffey gegen Koalition mit Linke

Die noch amtierende Wirtschaftssenatorin sieht keine Basis für eine Koalition mit der Linken in Berlin. Die SPD-Politikerin fordert klare Positionen im Kampf gegen Antisemitismus. Unterdessen verteidigt Thüringens Ex-Ministerpräsident Ramelow die Sondierer gegen Kritik aus den eigenen Reihen

 11.10.2026

Nahost

Abbas verschiebt Parlaments- und Präsidentenwahl

Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, vertagt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis in den Herbst 2027. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gab es keine Parlamentswahl mehr

 11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Teilnehmer einer Demonstration »United4Palestine« halten Palästinenserflaggen, auch eine Flagge der Linken und eine Queer-Flagge sind zu sehen.

Berlin

Israelfeindliche Demonstration durchs Regierungsviertel

Rund 3.500 Menschen nehmen an der Demonstration unter dem Motto »United4Palestine« teil. Auch Politiker und Aktivisten der Linkspartei waren dabei. Einige Demonstranten wurden festgenommen

 11.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Saudi-Arabien

Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad

Der Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen und Saudi-Arabien eskaliert. Bei dem Angriff auf den Flughafen King Chalid gibt es Tote und Hunderte Verletzte. Wie reagiert Washington?

 11.10.2026

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  10.10.2026

Hans-Georg Lindenau in seinem Ladengeschäft »M99 Gemischtwaren mit Revolutionsbedarf«

Deutschland

Berlin-Kreuzberg: Aushänge gegen Judenhass - Jugendliche greifen Geschäftsinhaber an

Der Staatsschutz ermittelt

 10.10.2026 Aktualisiert