Militärrabbiner

Bundestag vor Entscheidung

Plenarsaal im Deutschen Bundestag Foto: dpa

Der Bundestag wird voraussichtlich am Donnerstag über die geplante Wiedereinführung einer jüdischen Militärseelsorge in Deutschland entscheiden. Erstmals seit rund 100 Jahren soll es in der deutschen Armee wieder Militärrabbiner geben. Dazu liegt ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor.

MEHRHEIT Dieser soll den Staatsvertrag umsetzen, den Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, im Dezember unterzeichnet hatten. Bei einer ersten Lesung hatte sich Mitte Mai bereits eine große Mehrheit für das Gesetz abgezeichnet.

Bevor wie geplant zehn Militärrabbiner bei der Bundeswehr tätig werden können, muss der Bundestag zunächst noch zustimmen. Vorgesehen ist, dass die ersten jüdischen Militärseelsorger noch in diesem Jahr ihre Arbeit aufnehmen.

SOLDATEN Nach Schätzungen der Bundesregierung dienen in der Bundeswehr etwa 300 Soldaten jüdischen Glaubens und rund 3.000 muslimische Soldaten. Auch eine muslimische Seelsorge ist angedacht.

Unter den rund 180.000 Soldaten dienen zudem etwa 90.000 Christen. Sie werden von evangelischen und katholischen Seelsorgern betreut. Die Religionszugehörigkeit der Soldaten wird nur auf freiwilliger Basis erfasst. kna

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