Berlin

Bundesregierung will Einbürgerung für NS-Verfolgte und Nachkommen erleichtern

Nachfahren von NS-Opfern können die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Foto: imago/Priller&Maug

Berlin

Bundesregierung will Einbürgerung für NS-Verfolgte und Nachkommen erleichtern

Am Donnerstag soll der Gesetzentwurf erstmals im Bundestag beraten werden

 20.04.2021 13:19 Uhr

Die Bundesregierung will mit einer Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes einen gesetzlichen Rahmen zur Einbürgerung früherer NS-Verfolgter und deren Nachkommen schaffen. Damit sollen »gesetzliche Ansprüche zur staatsangehörigkeitsrechtlichen Wiedergutmachung« geschaffen werden, schreibt die Bundesregierung zu ihrem Gesetzentwurf, der am Donnerstag erstmals im Bundestag beraten wird.

Das Bundesinnenministerium hatte 2019 Erlassregelungen in Kraft gesetzt, wodurch staatsangehörigkeitsrechtlich benachteiligte Nachfahren NS-Verfolgter, die nicht unter den Anspruch aus Artikel 116 Absatz 2 des Grundgesetzes fallen, die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten können.

Berücksichtigt wurden demnach auch Kinder deutscher und früherer deutscher Staatsangehöriger, die bei Geburt vor dem 1. Januar 1975 beziehungsweise vor dem 1. Juli 1993 »in geschlechterdiskriminierender Weise vom Abstammungserwerb der deutschen Staatsangehörigkeit ausgeschlossen waren, sowie deren Abkömmlinge«.

Diese Erlassregelungen sollten nun »in gesetzliche Anspruchsgrundlagen übergeleitet« werden, schreibt die Bundesregierung in ihrer Vorlage. Ziel sei es auch, »den Wiedergutmachungsregelungen das von Betroffenenseite geforderte symbolische Gewicht zu geben. kna

NSDAP-Mitgliederkartei

Ein Land durchsucht den Datenschatz

Die Recherche nach der Nazivergangenheit der eigenen Vorfahren scheint neuerdings so einfach wie eine Google-Suche. Auch in manch jüdischer Familie wächst das Interesse. Doch tragen die Erkenntnisse wirklich zur Aufklärung bei?

von Mascha Malburg, Michael Thaidigsmann  15.06.2026 Aktualisiert

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert zwei Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Nach einer Prüfung mit spezialisierter Software besteht der Verdacht, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Nahost

Hisbollah: Waffenruhe gilt auch für Libanon

Die geplante 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran gelte auch für den Libanon, behauptet die Terror-Miliz. Doch eine Bestätigung gibt es dafür nicht

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Berlin

Streit um die Landesansprechperson für Antisemitismus

Recherchen des »Tagesspiegel« zufolge geht es bei der Suche nach einem Antisemitismusbeauftragten für die Berliner Hochschulen längst nicht mehr nur um die Belange der jüdischen Studierenden, sondern auch um Politik

 15.06.2026

Diplomatie

Macron will schnell Minen in Straße von Hormus räumen

Noch ist die Tinte nicht auf dem Abkommen zwischen den USA und Iran, doch Frankreichs Präsident signalisiert seine Bereitschaft »sehr schnell zu handeln«

 15.06.2026

Wirtschaft

Iran will Gebühren für Straße von Hormus verlangen

US-Präsident Donald Trump hat die Straße von Hormus für geöffnet erklärt. Aber Details eines US-Iran-Rahmenabkommens sind noch unklar. Im Iran fordern Stimmen Gebühren für die Durchfahrt der Meerenge

 15.06.2026

Meinung

Ein beschämender Deal

Israel und die USA haben den Iran zwar militärisch geschwächt. Dennoch haben sie keines ihrer Kriegsziele erreicht. Mit dem sich nun abzeichnenden Abkommen belohnt Präsident Donald Trump das mörderische Mullah-Regime

von Michael Roth  15.06.2026

Nahost

Die Stolpersteine beim Abkommen zwischen den USA und Iran

Die Umsetzung des Gaza-Abkommens steckt fest, Israel will seine Truppen aufgrund des Verhaltens der Terrororganisation Hisbollah nicht aus dem Libanon abziehen. Droht dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran das gleiche Schicksal?

 15.06.2026