UN

Bundesregierung spricht Guterres ihr Vertrauen aus

António Guterres bei einer UN-Sitzung Foto: picture alliance / Xinhua News Agency

Nach dem Eklat im UN-Sicherheitsrat stärkt die Bundesregierung überraschend UN-Generalsekretär António Guterres den Rücken. Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte am Mittwoch in Berlin angesichts israelischer Rücktrittsforderungen, dass der UN-Generalsekretär »natürlich das Vertrauen der Bundesregierung« habe.

Er verwies zugleich darauf, dass die Situation im Moment »sehr aufgeladen, angespannt« sei. »Ich habe nicht das Gefühl, dass solche Rücktrittsforderungen im Augenblick angebracht sind.«

Der israelische UN-Botschafter hatte unter anderem auf der Plattform X den Rücktritt von Guterres gefordert und ihm vorgeworfen, bei einer Rede im UN-Sicherheitsrat am Dienstag (Ortszeit) in New York, Verständnis für die Terrorangriffe der Hamas gezeigt zu haben.

Guterres hatte gesagt, dass die Hamas-Angriffe »nicht im luftleeren Raum« erfolgt seien und hinzugefügt: »Das palästinensische Volk hat 56 Jahre lang unter einer erdrückenden Besatzung gelitten.«

Diese Äußerungen wollte Hebestreit nicht bewerten. Grundsätzlich sei die Bundesregierung massiv darin bestrebt, in dieser Situation zu vermitteln, betonte er und bekräftigte, dass Deutschland auf der Seite Israels stehe.

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt heute über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  27.10.2026 Aktualisiert