Celle

Bundesanwalt klagt mutmaßlichen Hisbollah-Helfer an

Vor dem Oberlandesgericht Celle wird gegen den Hisbollah-Helfer Fadel Z. verhandelt Foto: picture alliance / Noah Wedel

Die Bundesanwaltschaft hat einen Mann angeklagt, der für die Hisbollah Drohnenteile im Wert von fast 1,4 Millionen Euro beschafft haben soll. Zwei der von ihm gelieferten Motoren wurden laut einer Mitteilung der Behörde vom Dienstag in Sprengstoffdrohnen verbaut, die bei Angriffen auf Israel zum Einsatz kamen. Eine Drohne habe ein Seniorenheim in der israelischen Stadt Herzliya bei Tel Aviv getroffen, in dem sich rund 200 Menschen aufgehalten hätten.

Dem libanesischen Staatsangehörigen Fadel Z. wird die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Die Anklage vor dem Oberlandesgericht Celle umfasst zudem 47 Verstöße gegen eine Embargo-Verordnung der EU und Beihilfe zum versuchten Mord. Der Mann soll spätestens seit August 2022 als Auslandsoperateur für das Drohnenprogramm der Hisbollah tätig gewesen sein, zunächst von Spanien, später von Deutschland aus. Laut Anklage erwarb er bei Firmen in Europa, China und den USA mehr als 2.000 Motoren, über 600 Propeller und fast elf Tonnen Epoxidharz. Um die Herkunft zu verschleiern, habe er für die Bestellungen und Zahlungen Tarnfirmen genutzt. Anschließend organisierte er den Transport der Güter in den Libanon.

Bei dem Angriff auf das Seniorenheim am 11. Oktober 2024 explodierte der Sprengsatz den Angaben nach im Gebäude, es wurde jedoch niemand verletzt. Die militant-islamistische Hisbollah hat sich die Zerstörung Israels zum Ziel gesetzt. Fadel Z. war im Juli 2024 festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.epd

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